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Hanjin Shipping pleite: Ein Schiff wird kommen - aber wann?

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Hanjin Shipping pleite: Ein Schiff wird kommen - aber wann?

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Seit Tagen sitzen Dutzende von Schiffen der insolventen südkoreanischen Reederei Hanjin Shipping in mehreren Ländern fest – in Hamburg zum Beispiel die «Hanjin Europe», 366 Meter lang, gebaut für 13.000 Container – insgesamt gut die Hälfte der Flotte (73 von 141 Schiffen).

Den Schiffen wurde in zahlreichen Ländern die Hafeneinfahrt oder das Anlegen an Terminals aus Sorge verweigert, dass Gebühren nicht bezahlt werden können. Hanjin will jetzt durch die Einleitung rechtlicher Schritte in Dutzenden Ländern verhindern, das Gläubiger Zugriff auf die Schiffe bekommen. Hanjin Shipping hat die siebtgrößte Container-Flotte weltweit.

Die südkoreanische Hanjin-Gruppe will der in
Existenznot geratenen Reederei-Tochter gut 80,1 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wolle Konzernchef Cho Yang Ho allein 32 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen zahlen, so die Hanjin Group.

Um sich weitere 48,3 Millionen Euro zu beschaffen, will der Konzern, zu dem auch die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air
gehört, seine Anteile an Hafenterminals im Ausland als Sicherheit anbieten. Korean Air, zweitgrößter Aktionär der Reederei, hat andererseits die Entscheidung über ein Rettungspaket zum zweiten Mal aufgeschoben.

Nach Berichten südkoreanischer Medien benötigt das hoch verschuldete Unternehmen schätzungsweise bis zu 484 Millionen Euro, um die Containerladungen seiner Schiffe zu löschen.

Hanjin Shipping drücken nach eigenen Angaben fast fünf Milliarden Euro Schulden (Stand Ende Juni).

Die Regierung in Seoul hatte den Konzern aufgerufen, mehr für die Rettung der weltweit siebtgrößten Linienreederei zu tun. 

Der Insolvenzantrag von Hanjin in der vergangenen Woche hatte in der Industrie für große Verunsicherung gesorgt. Bis zum 25. November bleibt Hanjin Zeit, einen neuen Rettungsplan vorzulegen: Wegen des schwachen Seehandels sowie Überkapazitäten steckt die Branche weltweit in Schwierigkeiten.

su mit dpa

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