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Bilder vom Grenzzaun: "World Press Photo"-Ausstellung in Budapest


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Bilder vom Grenzzaun: "World Press Photo"-Ausstellung in Budapest

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Das Jahr 2015 im Rückblick zeigt die “World Press Photo”-Wanderausstellung, die derzeit im Ethnografischen Museum in Budapest zu Gast ist. Zu sehen sind die Siegerfotos des gleichnamigen renommierten internationalen Wettbewerbs für Pressefotografie. Die Gewinner wurden aus fast 83 Tausend Fotos von über 5 Bewerbern aus 128 Ländern ausgewählt.

Mit dabei ist auch das “Welt Presse Photo des Jahres” vom Australier Warren Richardson. Es entstand in der Nacht vom 28. August 2015 an der Grenze von Serbien zu Ungarn und zeigt einen Mann und ein Kind beim Versuch, den Grenzzaun zu überqueren.

Tamás Révész, Kurator: “Diese Ausstellung zeigt mit geballter Kraft, welches Thema im vergangenen Jahr die Öffentlichkeit beherrschte und wahrscheinlich noch lange beherrschen wird: die Flüchtlingskrise, dieser Exodus, der begonnen hat und nicht abreißen wird. Die Frage ist, wie die Menschen darauf reagieren.”

Wie gespalten die Meinung der Ungarn zu dem Thema ist, zeigte das jüngste Referendum zur EU-Flüchtlingspoltik, bei dem sich zwar 98,3 Prozent der Wähler gegen die geplanten EU-Flüchtlingsquoten aussprachen. Weil aber nur etwa 40 Prozent der Wahlberechtigten einen gültigen Stimmzettel abgaben, ist die Abstimmung rechtlich ungültig.

“Exodus” lautet der Titel einer weiteren Fototaustellung zum Thema Flüchtlingskrise, die die Aufnahmen mehrerer Pulitzer-Preisträger zeigt. Darunter sind auch zwei ungarische Fotoreporter, László Balogh und Bernadett Szabó, die mehrere Wochen an der Grenze von Serbien zu Ungarn verbrachten.

Bernadett Szabó: “Die Kamera ist ein Glasmauer zwischen mir und der Wirklichkeit. Wenn ich darüber nachdenke, was ich sehe und fühle, muss ich die Kamera weglegen und einfach nur heulen. Aber dann gibt es auch kein Bild. Wir arbeiteten auf vollen Touren. Am Ende eines langen Tages, hatte ich das Gefühl, dass es zu viel war. Manchmal tagsüber, wenn wir eine Fotoserie verschickt hatten, setzte ich mich in mein Auto und heulte ganz alleine vor mich hin.”

Beide Ausstellungen sind noch bis zum 23. Oktober im Ethnografischen Museum in Budapest zu sehen.

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