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Schwere Überschwemmungen wegen Hurrikan "Matthew" in Haiti

Der Wirbelsturm bringt in Haiti Regen und heftigen Wind. Die Rettungskräfte rechnen mit dem Schlimmsten.

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Schwere Überschwemmungen wegen Hurrikan "Matthew" in Haiti

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Hurrikan “Matthew” hat in Haiti für heftige Überschwemmungen gesorgt. Im Westen des Karibikstaats standen zahlreiche Straßen unter Wasser, Bäume und Strommasten stürzten um. Häuser und Felder wurden beschädigt. Tausende Menschen suchten Schutz vor Wind und Regen. In der Hauptstadt Port-au-Prince kam das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. Schulen und Geschäfte wurden geschlossen.

Der Hurrikan der Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde zog über den Golf von Gonave und dann weiter Richtung Kuba. In Haitikamen vier Menschen ums Leben, wie der Radiosender Metropole berichtete. Auch in der benachbarten Dominikanischen Republik wurden nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes vier Personen getötet. Die Regierung und das Rote Kreuz mobilisierten in Haiti Tausende freiwillige Rettungskräfte.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen warnte, über vier Millionen Kinder könnten von den Auswirkungen von “Matthew” betroffen sein. “Das ist der schlimmste Sturm in Haiti seit Jahrzehnten und die Schäden werden zweifellos beträchtlich sein”, sagte der örtliche Unicef-Vertreter Marc Vincet. “Krankheiten wegen verschmutzten Wassers sind in vergleichbaren Situationen die größte Gefahr für Kinder”, sagte er. “Unsere Priorität ist, die Versorgung der Kinder mit ausreichend sauberem Trinkwasser sicherzustellen.”

Für kommenden Sonntag sind in Haiti Präsidentenwahlen angesetzt. Sollte die Abstimmung wegen des Hurrikans abgesagt werden, sind Unruhen zu befürchten. Haiti ist politisch äußerst instabil, das Ergebnis der letzten Wahl wurde wegen Manipulationsvorwürfen annulliert.

In Kuba brachten die Behörden rund eine Million Menschen in Sicherheit. Die US-Streitkräfte zogen ihr nicht-essenzielles Personal von der Militärbasis Guantánamo ab. In Jamaika schützten Hausbesitzer die Fenster ihrer Häuser mit Holzplatten.

Auch die Südostküste der USA wappnet sich für “Matthew”. In den Bundesstaaten Florida und South Carolina verhängten die Behörden den Notstand. Auch in Teilen von Georgia und North Carolina galt diese Regelung. Damit ist es einfacher, an staatliches Geld und Unterstützung zu kommen. “Matthew” könnte die USA nach Angaben des Hurrikan-Zentrums in Miami am Wochenende erreichen. South Carolina stellte sich auf die Evakuierung der Küstengebiete ein. Gouverneurin Nikki Haley erklärte, man sei bereit, mehr als eine Million Einwohner in Sicherheit zu bringen. US-Präsident Barack Obama sagte eine für Mittwoch geplante Wahlkampfveranstaltung in Florida ab. Er will sich stattdessen im Hauptquartier der nationalen Katastrophenschutzbehörde FEMA über die Vorbereitungen informieren.