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Der Briefträger guckt nach der Oma

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Der Briefträger guckt nach der Oma

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In Frankreich hat die Post ein neues Konzept vorgestellt, bei dem sich die Briefträger um alleinstehende ältere Menschen kümmern sollen. Der Slogan lautet “Auf meine Eltern aufpassen” (“Veiller sur mes parents”) und besteht aus einem Abonnement, mit dem zwei bis sechs Besuche pro Woche gebucht werden können. Wenn der Briefträger sechs Mal pro Woche bei einem älteren Verwandten vorbeischaut und einen Bericht per SMS verschickt, kostet das 135 Euro pro Monat. Diese Kosten sind steuerlich absetzbar, so dass der Besuch zwei Mal pro Woche nach dem Steuererlass noch 27,50 Euros kostet. Per SMS kann der Abonennt über den Briefträger auch Nachrichten an den Vater, die Mutter, die Oma oder den Opa ausrichten.

Das Konzept wurde bereits erfolgreich in Westfrankreich getestet und wird jetzt im ganzen Land angeboten. 27.000 der 73.000 Briefträger sollen eine spezielle Fortbildung erhalten, wie die Wirtschaftszeitung LES ECHOS schreibt. Die Post hat auch Anteile an einem Unternehmen erworben, das auf Seniorenbetreuung spezialisiert ist.

Im Zeitalter des Internet leidet “La Poste” unter dem einbrechenden Geschäft, weil immer weniger Briefe verschickt werden. Gleichzeitig soll es in Frankreich bis 2030 über eine Million Menschen geben, die über 90 Jahre alt sein werden. Die französische Post, die neben Finanzgeschäften auch Handys verkauft, bietet nun ein Tablet speziell für ältere Leute an – unter dem Namen “Ardoiz”. “Ardoise” ist das französische Wort für eine Geldsumme, die man in einem Laden oder in einer Kneipe schuldet, abgeleitet vom Namen der kleinen Schiefertafel, auf der etwas notiert wird und die Schüler früher mit in die Schule brachten.

Schon jetzt seien die Briefträger oft die einzigen, die regelmäßig bei isoliert lebenden älteren Leuten vorbeikämen. Sie wechselten auch schon mal eine Glühbirne aus, wurde auf FRANCE INFO berichtet. Die Postgewerkschaft SUD PTT beklagt, dass jetzt Geschäft mit sozialen Kontakten gemacht werden solle.