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Schiiten begehen Aschura-Fest unter hohen Sicherheitsvorkehrungen


Irak

Schiiten begehen Aschura-Fest unter hohen Sicherheitsvorkehrungen

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In der ganzen Welt begehen die schiitischen Muslime heute ihren wichtigsten Feiertag im Kalender, das Aschura-Fest. In der irakischen Stadt Kerbala wurden nach Behördenangaben bis zu drei Millionen Pilger erwartet, Zehntausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

15 Prozent aller Muslime sind Schiiten. Für sie ist das Aschura-Fest der Höhepunkt des Trauermonats Muharram. Es findet zehn Tage nach dem islamischen Neujahr statt und ist dem Gedenken an den Märtyrertod von Hussein Ibn Ali gewidmet. Der Enkel des Propheten Mohammed starb 680 bei der Schlacht von Kerbala. Heute ist er in einem Mausoleum im Irak aufgebahrt, einem der wichtigsten Wallfahrtsorte für Muslime schiitischer Glaubensrichtung. Während der Feierlichkeiten empfinden die Gläubigen die Leiden Husseins nach. Neben Weinen und Klagen kommt es auch zu blutigen Selbstgeißelungen.

Unter dem Regime von Sadam Hussein war es verboten, nach Kerbala und in andere heilige Stätten der Schiiten zu pilgern. Nach dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003 kamen die Schiiten an die Macht und sie ermöglichten es den Gläubigen wieder, nach Kerbala zu pilgern. Doch eine Gewaltwelle folgte. Immer wieder verüben sunnitische Extremisten Anschläge auf Schiiten, die sie als Ungläubige betrachten.

Im August 2003 wurde der schiitische Kleriker Muhammad Baqir al-Hakim unmittelbar nach dem Freitagsgebet vor der Imam-Ali-Moschee bei einem Autobombenanschlag getötet. Mehr als 100 Menschen kamen ums Leben. Die Beziehungen zwischen Schiiten und Sunniten verschlechterten sich zunehmends.

Wieder wurden schiitische Pilger Opfer eines Anschlags. Am vergangenen Sonntag starben in Bagdad fünf Menschen, mindestens 15 Menschen wurden verletzt. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden für das Fest drastisch erhöht. Es werden Anschläge von der IS-Miliz oder von sunnitischen Extremisten befürchtet.

Ein Besucher berichtet: “Die Sicherheitsmaßnahmen sind sehr gut. Die Sicherheitskräfte helfen allen Pilgern, ob Araber und Ausländer. Wir haben Pilger aus den verschiedensten Ländern zu Gast, darunter aus Afghanistan, Pakistan, Indien, Iran, den arabischen Golfstaaten und anderen friedlichen Ländern der arabischen Welt.”

Die von Schiiten dominierte Regierung von Al-Maliki politisierte das religiöse Fest. Dem damaligen Regierungschef wurde vorgeworfen, systematisch Sunniten im Irak zu benachteiligen. Die beiden Glaubensrichtungen, die jahrhundertelang friedlich nebeneinander existierten, sind heute Erzfeinde.

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