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Die Zellen der Louise Bourgeois, "Strukturen des Daseins"


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Die Zellen der Louise Bourgeois, "Strukturen des Daseins"

Weltberühmt sind die Riesenspinnen der Bildhauerin Louise Bourgeois. “Cells”, komplexe und provokative Zellkonstruktionen, waren ein anderer wichtiger Abschnitt in ihrem Schaffen.

Nach München (Haus der Kunst), Moskau und Bilbao sind ihre Installationen auf kleinsten Raum nun im Louisiana Museum of Modern Art im dänischen Humlebæk zu sehen. Es sind Mikrokosmen, Gefängnis und Schutzraum zugleich, mit theatralischen Inszenierungen, die die verschiedenen Arten von Schmerz darstellen.

Tine Colstrup, Kuratorin: “Mit diesen Zellen konnte sie ihre eigenen Räume erschaffen, unabhängige, individuelle Museumsräume für ihre Werke. Diese Zellen ermöglichten ihr, ein dreidimensionales architektonisches Werk zu konstruieren, das eine bestimmte Geschichte, ein Gefühl und eine Stimmung darstellte, ganz gleich, in welchem Kontext das Werk ausgestellt wurde.”

Anfang der 90er Jahre begann Bourgeois, Räume aus wiederverwendeten Elementen, wie Wandschirmen, oder Türen zu bauen. Später ließ sie Käfige aus Drahtgitter anfertigen, in denen sie ihre Installationen aufbaute. Eine Form der Kunst, die alle Sinne darstellt.

Tine Colstrup, Kuratorin: “Parfumflaschen repräsentieren den Geruch, ein Ohr das Gehör, alle unterschiedlichen Sinne und ihr Bezug zur Erinnerung. Auch der Bezug zu Schmerz in seinen unterschiedlichen Formen, worum es bei den allerersten Zellen ging, ist präsent. Es sind sehr beengte Räume, die klaustrophobische Gefühle auslösen, genau das gefiel ihr daran.”

Bis kurz vor ihrem Tod schuf Louise Bourgeois rund 60 Zellen, 25 davon sind in Humlebæk zu sehen. Louise Bourgeois. Strukturen des Daseins: Die Zellen lautet der Titel der Schau. Sie geht bis zum 26. Februar.

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