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Vorstoß für riesige Walschutzzone vor der Küste Südamerikas gescheitert


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Vorstoß für riesige Walschutzzone vor der Küste Südamerikas gescheitert

Ein Vorstoß für die Schaffung eines riesigen Walschutzgebietes im Südatlantik ist am Dienstag im slowenischen Portoroz gescheitert. Für die Schaffung des geplanten Reservates zwischen Afrika und Südamerika, dem Äquator und der Antarktis fand sich auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission nicht die erforderliche Dreiviertelmehrheit.

Der Antrag war von den Anrainerstaaten Brasilien, Uruguay, Argentinien, Gabun und Südafrika eingebracht worden. Das geplante Reservat hatte in etwa die Größe Russlands und Indiens zusammen und erstmals nicht nur ein Jagdverbot zum Ziel: Auch zum Schutz vor herrenlosen Treibnetzen, Kollisionen mit Schiffen oder etwa möglichen Folgen von Sonaraktivitäten wären dann Lösungen notwendig geworden.

Tierschützer werfen den Walfangnationen und insbesondere Japan vor, einen Länderblock geködert und in Stellung gebracht zu haben, um das Vorhaben zu torpedieren. Mehrere westafrikanische und karibische Staaten hatten ebenfalls gegen das Vorhaben gestimmt.

Zwar hätten Japan, Norwegen und Island selbst gar keine Ambitionen auf den Walfang im Südatlantik gehabt. Aber: “Die Walfangländer wollen um jeden Preis ein solch starkes Signal pro Walschutz verhindern”, meint Sandra Altherr, eine Expertin von
Pro Wildlife. In der Internationalen Walfangkommission (IWC) sind rund 90 Staaten vertreten, darunter auch Deutschland.

Norwegen lehnt das Moratorium für die kommerzielle Jagd ab und gilt als das derzeit aktivste Walfangland. Japan gibt an, Walfang nur zu wissenschaftlichen Zwecken zu betreiben – eine Ausnahme im Moratorium. Kritiker sehen im japanischen Programm aber keinen wissenschaftlichen Nutzen. Island jagt in kleinerem Maßstab und hauptsächlich für den Export und den Konsum durch Touristen. In allen drei Ländern existieren Überbleibsel der ehemals starken Walfangindustrie, von denen mitunter ganze Kommunen abhängen, sowie starke Lobbygruppen.

Aktivisten haben auf der Platform Avaaz eine Onlinepetition eingerichtet, mit der sie Japan auffordern wollen, die Schutzzone im Südatlantik zu unterstützen und den Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken zu unterbinden.

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