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Europäische Substanz-Bibliothek spart Zeit und Geld in der Medikamentenforschung


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Europäische Substanz-Bibliothek spart Zeit und Geld in der Medikamentenforschung

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Eine weltweit einzigartige Partnerschaft zwischen den verschiedenen Akteuren im Pharmabereich sorgt einerseits für neue, innovative Medikamente zum Wohl der Patienten und andererseits für Geschäftspotenzial für die Unternehmer: Die Innovative Medicines Initiative der Europäischen Union, kurz IMI.

Die European Lead Factory: eine europaweite Wirkstoffforschungs-Plattform

  • Im frühen Stadium der Entwicklung eines neuen Medikaments brauchen die Forscher Zugang zu einer umfangreichen Sammlung chemischer Verbindungen, um herauszufinden, welche Substanzen als potentielle Wirkstoffe für ihre Forschung nützlich sein können.
  • Pharmazeutische Firmen haben über die Jahre solche Wirkstoff-Bibliotheken angelegt, aber öffentlich zugängliche Sammlungen sind rar und teuer, was die Forschung behindert.
  • In einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die von der Innovative Medicines Initiative (IMI) ins Leben gerufen wurde, haben Pharmaunternehmen, Forschungseinrichtungen und kleine und mittelständische Unternehmen die European Lead Factory aufgebaut mit einer einzigartigen Sammlung von fast 500.000 potenziellen Wirkstoffen.
  • Forscher, KMU und Patientenorganisationen in ganz Europa nutzen das Projekt bereits, um kostenlos potenzielle Wirkstoffe für ihre Medikamentenforschung zu suchen. Dies hilft, ihre Arbeit zu beschleunigen.

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Jan Skriwanek vom DLR-Projektträger, einer der Ansprechpartner bei der Initiative, erklärt, worum es bei IMI geht: “Die IMI ist eine Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und der europäischen pharmazeutischen Industrie, und das Ziel der IMI ist, die Entwicklung neuer innovativer Arzneimittel zu beschleunigen, insbesondere in Bereichen, wo ein hoher medizinischer Bedarf besteht, wie bei Demenzen und bei der Antibiotikaresistenz.”

Teil der Initiative ist die European Lead Factory, eine paneuropäische Plattform. Sie soll die Entwicklung neuer Medikamente in Europa beschleunigen, indem eine riesige gemeinsame Substanz-Bibliothek geschaffen wird – eine Sammlung mit Proben chemischer Verbindungen – in einer weltweit einzigartigen Partnerschaft zwischen Forschern, mehreren Pharmakonzernen und spezialisierten kleinen und mittelständischen Unternehmen wie Taros in Dortmund. Geschäftsführer Dimitrios Tzalis: “Wir produzieren hier chemische Stoffe, die in die Substanz-Bibliothek der European Lead Factory aufgenommen werden. Dort sind 500.000 Substanzen verzeichnet, die für potenzielle Medikamente getestet werden.”

Alle Partner können ihre chemischen Verbindungen bei der Plattform einreichen. Sie ermöglicht auch das Screening, das Testen der Verbindungen, und die Überprüfung relevanter Testverfahren – eine wichtige Etappe bei der Entwicklung neuer Medikamente. In dreieinhalb Jahren wurden so schon 70 Wirkstoffkandidaten identifiziert, die später zu potentiellen Medikamenten weiterentwickelt werden können. “Indem wir die Lücke zwischen der frühen Phase der Forschung in den akademischen Instituten und der Pharmaindustrie schlossen, konnten wir potenzielle Wirkstoffe gegen neurodegenerative Krankheiten, Diabetes Typ 2, Krebs oder Antibiotika-Resistenzen viel näher an den Patienten bringen”, sagt Tzalis.

Mehrere kleine und mittelständische Unternehmen haben sich der Plattform angeschlossen. Durch die Bündelung der Forschung und Entwicklung sparen sie Zeit und Geld, betont Tzalis: “Wenn Sie Forscher sind oder eine Biotechechnologie-Firma im Bereich Medikamentenforschung haben, können Sie die europäische Substanzbibliothek nutzen und unser Screening Center, und das kostenlos!”

Jan Skriwanek zu den Vorteilen für kleine und mittelständische Betriebe: “Dadurch werden sie Teil eines exzellenten, europäischen Netzwerkes, bekommen Zugriff auf das Know-How der wissenschaftlichen, aber auch der industriellen pharmazeutischen Partner. Sie haben auch die Möglichkeit, sich neue europäische und internationale Märkte zu erschließen. Wichtig ist, die Rahmenbedingungen der Beteiligungen zu kennen, deshalb würde ich den Interessenten empfehlen, sich an die nationalen Kontaktstellen in den einzelnen Ländern zu wenden, die dann konkret weiterhelfen können.”

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