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US-Wahlkampf: „Sie haben es so satt“

Mark Davis: Neuigkeiten in der E-Mail-Affäre haben uns eine neue Wendung im US-Wahlkampf, der jetzt in die letzte volle Woche geht, beschert.

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US-Wahlkampf: „Sie haben es so satt“

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Mark Davis: Neuigkeiten in der E-Mail-Affäre haben uns eine neue Wendung im US-Wahlkampf, der jetzt in die letzte volle Woche geht, beschert. Aus Washington ist uns unser Korrespondent Stefan Grobe zugeschaltet. Stefan, wer beschuldigt wen hier?

Stefan Grobe: Nun Mark, es ist Halloween, und es gibt niemanden, der mehr Angst hat als die Clinton-Kampagne, weil dies das Potenzial hat, ihre Kandidatur zu kippen. Ich sage “Potenzial”, weil wir nicht wissen, was da drin steht und wir das vielleicht auch nicht vor dem Wahltag wissen.

Mark Davis: Wie reagiert Hillary Clinton auf die jüngsten Enthüllungen des FBI?

Stefan Grobe: Die Clinton-Kampagne hat natürlich Comey aggressiv angegriffen. Gleichzeitig strahlen sie öffentlich Zuversicht aus und arbeiten hinter den Kulissen daran, ihre Anhänger zu motivieren. Die Botschaft ist: alles ist unter Kontrolle, lassen Sie uns nicht in Panik geraten, der Sieg liegt in Reichweite.

Die neuesten Umfragen seit der FBI-Ankündigung ergeben kein klares Bild. Beide liegen eng beieinander, Clinton ist noch in Führung, doch ein Drittel der Wähler sagt, die E-Mail-Affäre mache es weniger wahrscheinlich, dass sie für Clinton stimmen. Sie müssen verstehen, dass der größte Teil dieses Drittel Anhänger der Republikaner oder zu den Republikanern neigende Unabhängige sind, also es ist zu früh, um zu sagen, ob dies einen Einfluss hat.

Mark Davis: Diese Kampagne ist eine richtige Schlammschlacht. Wie sieht die Öffentlichkeit den Wahlkampf 2016?

Stefan Grobe: Die Leute haben einfach genug davon. Es gibt eine Umfrage, die am Wochenende herauskam, nach der 71% der Wähler es gerne sehen würden, wenn die Wahl heute stattfände. Sie haben es so satt. Und wenn Sie die Leute fragen, dann sind sie unzufrieden mit beiden Kandidaten. Sie sagen: “Wenn es das ist, was Amerika zu bieten hat, dann sind wir in Schwierigkeiten.”