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Syrien: Armee hat offenbar rund die Hälfte Ost-Aleppos eingenommen

Die Rebellen haben inzwischen mindestens zwei Viertel an die Regierungstruppen verloren. Bei Damaskus evakuierten Rebellen freiwillig aus einer weiteren Kleinstadt.

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In Aleppo haben Regierungstruppen und verbündete iranische Verbände inzwischen offenbar rund die Hälfte der von den Rebellen kontrollierten Gebiets erobert. Das berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf Quellen vor Ort. Demnach kontrolliert die Regierung inzwischen zwei ehemalige Rebellenviertel. Aus mehreren Vierteln wurden heftige Kämpfe gemeldet.

Die Rebellengruppen suchen deshalb auch den Dialog mit Russland. Auf türkischem Boden soll es derzeit ensprechende Gespräche mit Hilfe türkischer Mittelsmänner geben.

Ein ranghoher Oppositionsvertreter warf Moskau nun aber öffentlich vor, eine politische Lösung zu verschleppen. Russlands Außenminister Sergei Lawrow wies das zurück. Eine militärische Lösung existiere nicht, so Lawrow bei einer Sicherheitskonferenz in Rom mit dem US-Außenminister John Kerry und dem italienischen Gastgeber Paolo Gentiloni.

Lawrow bestätigte die Kontakte mit den Rebellen, beschuldigte die Rebellengruppen aber seinerseits, die Verhandlungen mit der Forderung eines sofortigen Rücktritts Baschar al-Assads zu blockieren.

Unterdessen konnte das Regime auch seine Kontrolle über die unmittelbare Umgebung der Hauptstadt weiter festigen. In der Kleinstadt al-Tal, nur zehn Kilometer nördlich von Damaskus, erschienen am Freitag Dutzende Busse, nachdem sich die dortigen Rebellengruppen auf eine Evakuierung einließen. In den vergangenen Monaten hatte es um Damaskus mehrere solcher Evakuierungsübereinkünfte gegeben.

Zwischen 1000 und 2000 Kämpfer wurden verschiedenen Angaben zufolge aus al-Tal nach Norden gebracht. Örtlichen Quellen zufolge gehören etwa ein Drittel von ihnen der inzwischen in Jabhat Fatah al-Sham umbenannten Nusra-Front an.