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Nadelöhr Primärüberschuss

Die Finanzminister der Mitgliedsländer des Euroraumes haben ein Maßnahmenpaket beschlossen, das Griechenland die Tilgung der Schulden erleichtern soll.

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Nadelöhr Primärüberschuss

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Die Finanzminister der Mitgliedsländer des Euroraumes haben ein Maßnahmenpaket beschlossen, das Griechenland die Tilgung der Schulden erleichtern soll. Die Grundzüge der vom Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) konzipierten Regelungen wurden bereits im Frühjahr ausgearbeitet.

Parallel dazu findet die Durchsicht des Reformprogramms statt. “Wenn die zweite Überprüfung des Programms ebenfalls vollzogen ist, wird sich die Lage verbessern. Es wird Fortschritte im Investitionsbereich geben, Quantitative Lockerung und eine Rückkehr an die Finanzmärkte. In ein paar Jahren werden die Auswirkungen in unseren Portemonnaies zu erkennen sein. Aber von Wohlstand kann keine Rede sein”, meint der griechische Ökonom Napoleon Maravegias.

Griechenland muss im Jahr 2018 einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent erreichen. Wie der Wert nach 2018 aussehen soll, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

“Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte im Juni, dass es unmöglich sei, nach 2018 einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent zu verzeichnen, wenn man die griechische Wirtschaft nicht versenken wolle. Jetzt vollzieht die Regierung eine Wendung und verpflichtet sich dazu, dieses Ziel zu einem unbekannten Zeitpunkt zu erreichen”, so euronews-Reporterin Symela Touchtidou.

Michael Massourakis, Direktor des griechischen Unternehmerverbandes, befürchtet, dass die griechische Wirtschaft unter den Maßnahmen der Regierung leidet: “Im Jahr 2017 kommen neue Steuern in Höhen von 2,5 Milliarden Euro auf uns zu. Die Auswirkungen dieser Besteuerung auf den wirtschaftlichen Handlungsspielraum machen uns Sorgen. Jede Regierung, die versucht, das ehrgeizige Ziel eines Primärüberschusses von 3,5 Prozent durch weitere Steuererhöhungen zu erreichen, könnte die griechische Wirtschaft ein für alle Mal auslöschen”, sagt Massourakis.

Griechenland hatte im vergangenen Jahr als Gegenleistung für ein 86-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm umfassende Reformen zugesagt.