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«Toni Erdmann» ist bester europäischer Film


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«Toni Erdmann» ist bester europäischer Film

Das deutsche Vater-Tochter-Drama «Toni Erdmann» ist der Abräumer beim 29. Europäischen Filmpreis in Breslau (Wroclaw). Mit fünf Nominierungen galt der Film von Regisseurin Maren Ade als Favorit und machte dann auf ganzer Strecke das Rennen: Er siegte in den Kategorien bester Spielfilm, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Schauspieler. In Cannes war Regisseurin Ade noch leer ausgegangen, dafür musste sie jetzt gleich mehrfach auf die Bühne. Dabei stehe sie eigentlich lieber hinter der Kamera, hatte Ade noch vor der Gala gesagt. An Preisregen und Rampenlicht fand sie dann anscheinend doch Gefallen, als zwei der fünf Preise an sie persönlich gingen – für Drehbuch und Regie.

Nach zehn Jahren Flaute kann sich damit auch Deutschland wieder über das Pendant zum US-amerikanischen Oscar freuen. Zuletzt erhielt Florian Henckel von Donnersmarck 2006 für sein Stasi-Drama «Das Leben der Anderen» den Europäischen Filmpreis in der Königskategorie Bester Spielfilm. Ade überzeugte die Jury auch mit ihrem filmischen Vater-Tochter-Gespann: Der Österreicher Peter Simonischeck und die Deutsche Sandra Hüller wurden als beste Schauspieler ausgezeichnet. Simonischek erwischte die Ehrung kalt – aus Aberglauben hatte er keine Danksagung vorbereitet.