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Badeöl als Alkoholersatz: Jetzt 58 Tote in Irkutsk


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Badeöl als Alkoholersatz: Jetzt 58 Tote in Irkutsk

Nach der massenhaften Alkoholvergiftung im russischen Irkutsk ist die Zahl der Toten auf 58 gestiegen.

Nach Behördenangaben sind mehr als dreißig Opfer noch im Krankenhaus.

“Als ich aufwachte, hatte ich schlimme Kopfschmerzen”, sagt ein Mann dort. “Ich konnte auch nicht mehr richtig sehen. Das Licht blendete mich, als seien es Autoscheinwerfer.”

Alexej Tretjakow, ein Mediziner der Provinzverwaltung, sagt, dass so viele Menschen umgekommen seien, liege vor allem am hohen Anteil von Methanol in der Flüssigkeit. Dreißig bis fünfzig Milliliter seien für gewöhnlich eine tödliche Dosis.

Die vergifteten Männer und Frauen hatten ein Badeöl getrunken, offenbar als billigen Ersatz für Alkohol. Eine solche Flasche kostete wohl 40 Rubel, das sind umgerechnet gut 60 Cent.

Ermittler fanden bislang zwei Werkstätten, in denen dieses Badeöl hergestellt worden sein soll. Auf den Flaschen stand allerdings auch, dass es nicht getrunken werden dürfe.

Solche Vorfälle, bei denen Flüssigkeiten wie zum Beispiel Frostschutzmittel anstelle von Alkohol getrunken werden, gibt es in Russland oft: Allerdings noch nicht in dieser Größenordnung.

Der bekannte Regierungskritiker Alexej Nawalny wies ebenfalls darauf hin, dass unbeachtet von der Öffentlichkeit landesweit jeden Tag Hunderte aus dem gleichen Grund sterben würden.

Auf der Webseite des ebenfalls regierungskritischen Radiosenders “Echo Moskwy” schrieb er, dieses Problem sei für Russland und seine Sicherheit tausendmal wichtiger als Syrien, Aleppo, die Ukraine und Donald Trump zusammengenommen.

Jedes Jahr würden auf diese Weise mehr Menschen sterben als bei allen Terroranschlägen in der russischen Geschichte.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert den Experten Wadim Drobis vom Alkoholforschungsinstitut Ciffra mit der Aussage, bis zu zwölf Millionen Menschen würden billigen Alkoholersatz trinken – etwa jeder zwölfte Russe.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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