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Hollande nach Begnadigung von Schwarzer Witwe in Kritik


Frankreich

Hollande nach Begnadigung von Schwarzer Witwe in Kritik

Die Begnadigung der französischen Mörderin Jacqueline Sauvage durch Präsident Francois Hollande hat in Frankreich heftige Kritik ausgelöst.

Die Frau war zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihren gewalttätigen Mann nach 47 Jahren Ehe erschossen hatte.

Bereits Ende Januar hatte Hollande der Seniorin eine Teilbegnadigung gewährt, damit sie einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen konnte. Dieser wurde aber von den Gerichten abgewiesen. Anfang Dezember baten ihre Töchter den Staatschef um eine vollständige Begnadigung. Dem gab Hollande nun statt.

Sauvage verließ umgehend das Gefängnis.

Die französische Justiz ist unglücklich über Hollandes Entscheidung. Justiz-Gewerkschafterin Virginie Duval: “In diesem Fall gab es durch die Justiz mehrere Urteile. Das Signal von Hollande ist aber: Kommen Sie und klopfen Sie an meine Tür, ich kann alles rückgängig machen, was die Justiz entschieden hat. Ich weiß nicht, ob es klug ist, so ein Signal auszusenden.”

Frankreichs Politiker hingegen nahmen die Entscheidung des Präsidenten überwiegend positiv auf.

Der sozialistische Politiker Manuel Valls begrüßt die Begnadigung und ruft zum Kampf gegen Gewalt an Frauen auf.

Die Front-National-Chefin Marine Le Pen sagt, dass Hollandes Entscheidung klug war, aber zu spät kam.

Auch Sauvages Töchter und ihre Anwältin waren erleichtert.

Nathalie Tomasini, Anwältin: “Das hat mich sehr berührt. Es ist ein großer Sieg. Es ist eine sehr starke Botschaft, die der Präsident da an die Franzosen gesendet hat.”

Der Fall Sauvage, der in Frankreich heftige Diskussionen ausgelöst hatte, machte die Frau zu einem Symbol für Opfer von häuslicher Gewalt. Viele Politiker, Künstler und Frauenorganisationen hatten gegen ihre Verurteilung zu zehn Jahren Haft protestiert.

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