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Mário Soares - Portugal trauert um "Vater der Demokratie"


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Mário Soares - Portugal trauert um "Vater der Demokratie"

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Er war einer der prägenden Politiker Portugals. Als Regierungschef und Präsident ebnete Mário Soares dem Land den Weg in die Demokratie und führte es in die Arme der europäischen Familie.

Geboren wurde Soares am 7. Dezember 1924 in Lissabon. Bereits als Student begann er, sich politisch zu engagieren. Erst Kommunist, dann Gründer der Demokratiebewegung, ging Soares auf Oppositionskurs zum autoritären Regierungschef Antonio Salazar. Dessen Geheimpolizei verhaftete Soares mehrere Male und ließ ihn schließlich nach São Tomé und Príncipe deportieren.

1970 ging Soares ins Exil nach Frankreich, von wo er vier Jahre später, kurz nach der Nelkenrevolution, umjubelt zurückkehrte.1976 wurde Soares mit seiner im Exil gegründeten Sozialistischen Partei Regierungschef in Lissabon, und setzte er sich für die Aufnahme seines Landes in die Europäische Gemeinschaft ein.

1986 war es dann soweit. Gemeinsam mit Spanien wurde Portugal Teil des zusammenwachsenden Europas. Ein Schritt, der die Demokratisierung im Land massiv voranbrachte. Soares versprach:
“Portugal ist bereit, auf ausgewogene Weise zu den gemeinsamen Anstrengungen beizutragen.”

Für Soares ging es 1986 auf der Karriereleiter noch eine Sprosse höher, er wurde zum Staatspräsidenten gewählt. Das Amt hatte er zwei Perioden lang inne, bis 1996. Als Präsident hatte er es großteils mit der konservativen Regierung von Anibal Cavaco Silva zu tun. Soares versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten die Macht der politischen Rechten einzugrenzen. Im Anschluss wurde er Abgeordneter im Europaparlament. Doch es zog ihn wieder in sein Heimatland.

2006, Soares war inzwischen 81 Jahre alt, da bewarb er sich erneut um Portugals höchstes Staatsamt. Doch ohne Erfolg, Soares landete abgeschlagen auf dem dritten Platz, sein Rivale Cavaco Silva wurde Präsident.

In all den Jahren seiner politischen Tätigkeiten hat sich Soares sowohl um Portugal als auch um die europäische Sache gekümmert – und gesorgt. In einem Interview mit euronews sagte er: “Es besteht das Risiko großer Aufstände in Europa, denn die Bürger könnten ablehnen, was sie derzeit sehen und erleben. Doch das ist nicht Europa. Europa ist etwas anderes, Europa ist ein Raum des Dialogs, der Fürsorge und des gegenseitigen Respekts.”

Im Laufe seines Lebens erhielt Soares zahlreiche Auszeichnungen, er gehörte dem Club of Rome an und war als einziger Ausländer Mitglied im Kuratorium der Friedrich-Ebert-Stiftung.

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