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Trudeau (Kanada): "Millionen Arbeitsplätze hängen ab von der engen Handelsbeziehung"


Wirtschaft

Trudeau (Kanada): "Millionen Arbeitsplätze hängen ab von der engen Handelsbeziehung"

Bau der Mauer im Süden auf dem Terminplan,

Neuverhandlungen über das Freihandelsabkommen Nafta angekündigt. In seiner ersten Arbeitswoche als Präsident zurrte Donald Trump auch Treffen mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto und dem kanadischen Premier Justin Trudeau fest. Statt Reformen befürchten Kanada und Mexiko Protektionismus.

Justin Trudeau, kanadischer Ministerpräsident:

“Millionen von guten Mittelklasse-Arbeitsplätzen auf beiden Seiten der Grenze hängen ab von der engen Handelsbeziehung – darum kreisten all unsere Diskussionen.”

Kanadische Arbeitnehmer werden zwar kaum geringer bezahlt als US-amerikanische (Durchschnittsjahreslohn Kanada laut OECD: 49.590 US $, USA 58.714 US $, Mexiko 8.905 US $) – trotzdem hängen Millionen Jobs in Kanada direkt am US-Markt, 300.000 alleine in der Automobilindustrie.

Justin Trudeau, kanadischer Ministerpräsident:

“Wir wissen, dass mehr Engagement für die wachsenden Volkswirtschaften Asiens ein wichtiger Weg ist, gute Arbeitsplätze und Wohlstand für Kanada zu sichern, und das werden wir auch weiter tun.”

Die USA sind der größte Handelspartner Kanadas. Laut kanadischem Handelsministerium gehen rund 75 Prozent aller kanadischen Exporte über die Grenze zu den Nachbarn. Das sind vor allem Autos, Maschinen, Maschinenteile, Erdöl und landwirtschaftliche Produkte. Im Jahr 2015 waren das Waren im Wert von 274 Milliarden Euro. In den USA machen diese Importe etwa die Hälfte des Importmarktes aus. Jedes zweite Produkt, das angeliefert wird, stammt also aus Kanada.

Laut US-Handelsministerium kommen 65 Prozent der kanadischen Importe aus den USA. Fast neun Millionen Jobs in den USA hängen daran.

TRUDEAU WILL SICH NICHT EINSCHÜCHTERN LASSEN

Natürlich werde er versuchen, so gut wie möglich mit der neuen amerikanischen Regierung zusammenzuarbeiten, hatte Trudeau angekündigt, aber auch deutlich klargestellt: Einschüchtern lassen wolle er sich nicht.

“Kanada ist ein eigenständiges Land – und es gibt Dinge, die uns teuer und wichtig sind, den US-Amerikanern aber offenbar nicht so sehr. Ich werde weiter für die Dinge eintreten, an die ich glaube. Ich werde der Welt weiter sagen, dass ich Feminist bin, dass Einwanderung für uns eine Stärke ist und dass Kanadier muslimischen Glaubens ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind – heute und in Zukunft”, sagte Trudeau in Trumps Amtseinführungs-Woche und wurde dafür bejubelt.

su mit dpa

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