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40 Jahre Centre Pompidou


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40 Jahre Centre Pompidou

Das Pariser Centre Pompidou feiert Geburtstag. Seit 40 Jahren lockt der Bau mit seinen bunten Röhren Besucher aus aller Welt. Anfangs umstritten, heute eine Touristenattraktion und ein Kunsttempel. Er wurde auf Initiative des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou von den Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini entworfen und am 31. Januar 1977 im Herzen von Paris feierlich eröffnet.

Bernard Plattner, Renzo Piano Building Workshop: “Einer der Grundgedanken damals war, das Gebäude zu öffnen und die Neugierde der Menschen, der Passanten zu wecken, die sonst nicht auf die Idee kämen, ein Museum zu betreten.”

Nicht nur das Museum für moderne Kunst hat hier seinen Platz, auch das Institut für elektroakustische Forschung, dazu eine riesige öffentliche Bibliothek und Kinos. Raffinerie nennen die Pariser ihr Museum, haben sich aber schon lange an den avantgardistischen Look gewöhnt.

Serge Lasvignes, Präsident, Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou: “Der Bau des Centre Pompidou bedeutete einen totalen Bruch mit dem Pariser Stadtbild, zunächst einmal, was die Architektur betrifft. Ein Raumschiff landete mitten in der Stadt, in einem der ältesten historischen Viertel. So eine Architektur hatte niemand vorher gesehen. Es war auch ein Bruch mit der Art und Weise, Kunst auszustellen. In Frankreich galt das Modell des klassischen Museums, eine Art Heiligtum mit schweren Türen, Eingangstreppe und einem Saal nach dem anderen in stilles Zwielicht getaucht. Hier wurde ein völlig offenes Forum erschaffen, wie Sie hinter mir sehen können, in das die Menschen ganz einfach eintreten, als wäre es eine Verlängerung der Stadt, eine Stadt in der Stadt.”

Vor allem mit seinen großen Ausstellungen macht das Centre Pompidou immer wieder von sich reden
1979 brach der spanische Künstler Salvador Dalí mit seiner Ausstellung alle Besucherrekorde, knapp 900 Tausend Menschen kamen damals. Eine zweite Dali-Restropektive 2012 lockte fast ebenso viele Besucher.

Viele Touristen kommen einfach nur, um zu schauen. Ein junger Pariser sagt: “Es ist schon symbolisch, dass wir in Paris, einer Stadt, in der es schwer fällt, zu innovieren und Dinge zu schaffen, die sich vom klassischen Stil unterscheiden, den Mut hatten, dieses völlig andere Museum zu erbauen, noch dazu im Stadtzentrum, und dass es allgemein angenommen wurde.”

Eine Londoner Touristin fügt hinzu: “Mir gefällt, dass es interaktiv ist. Man hat das Gefühl. die Architektur auf eine Weise zu nutzen, die in anderen Gebäuden unmöglich ist. Man sieht die Menschen von innen und außen. Auch die Sicht vom Dach ist spektakulär. “

Mehr als drei Millionen Besucher zählt das Centre Pompidou pro Jahr, Warteschlangen inklusive. Mittlerweile gibt es auch mehrere Ableger, in Metz, Malaga und demnächst in Brüssel. Der 40. Geburtstag wird mit einer Reihe von Ausstellungen, Konzerten und Performances gefeiert.

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