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Fillon im Abwind: Skandal um Scheinbeschäftigung nutzt Macron und Le Pen

In der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl sehen Umfragen Fillon nun bei 21 Prozent und gleichauf mit Macron - hinter Le Pen mit 24 Prozent.

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Fillon im Abwind: Skandal um Scheinbeschäftigung nutzt Macron und Le Pen

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Der Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen hat wegen des Verdachts der Scheinbeschäftigung seiner Frau in Umfragen weiter an Zustimmung verloren. Davon profitieren die Kandidaten Emmanuel Macron und Marine Le Pen.

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"Ich spüre eine kalte Wut gegenüber dieser Meute, die sich über ihr zerstörerisches Werk freut."

Francois Fillon zur Scheinbeschäftigungsaffäre Präsidenschaftskandidat, französischen Konservative

Grund ist auch ein Fernsehinterview aus dem Jahr 2007, in dem Ehefrau Penelope selbst angibt, nie als Assistentin ihres Mannes gearbeitet zu haben.

Fillon weist die Vorwürfe weiter zurück und spricht von einer gezielten Kampagne gegen ihn: “Ich möchte bald Gerechtigkeit. Aber ich kann nicht leugnen, dass ich wirklich aufgebracht bin. Ich spüre eine kalte Wut gegenüber dieser Meute, die sich über ihr zerstörerisches Werk freut.”

Das Magazin Canard Enchainé hatte vergangene Woche berichtet, Fillon habe seine Ehefrau Penelope jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin geführt und bezahlen lassen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun auch Zahlungen an seine beiden Kinder. Führende Parteikollegen der “Republicains” fordern Fillon inzwischen auf, für einen neuen Kandidaten Platz zu machen.

Umfragen zufolge, etwa denen von IFOP, läge der einstige Favorit im ersten Wahlgang am 7. Mai voraussichtlich nur noch gleichauf mit dem unabhängigen Mitte-links-Kandidaten Emmanuel Macron – bei etwa 21 Prozent.

Marine Le Pen, die Spitzenkandidatin des Front National, liegt derzeit an der Spitze, mit rund 24 Prozent. In der Stichwahl wiedrum hätte sie weniger Aussicht auf zusätzliche Stimmen von Stammwählern anderer Parteien als Fillon oder Macron.

Und auch Le Pen hat ihren Skandal: Sie soll laut der OLAF-Aufsicht rund 300.000 Euro an EU-Geldern regelwidrig ausgegeben haben – für eine Parteifreundin und Mitarbeiterin in Paris, statt für legislative Arbeit in Brüssel oder Straßburg.

Auch Le Pen spricht von einer politischen Vendetta und will die Gelder nicht zurückzuzahlen. Dafür droht ihr nun die Pfändung von der mehr als der Hälfte ihres EU-Salärs von angeblich rund 11.000 Euro.

Für Wirbel sorgt auch ein Zwischenfall bei einer Parteiveranstaltung am 1. Februar: Ein Reporter, der eine Frage zu den EU-Geldern stellen wollte, wurde grob von Ordnern aus dem Saal befördert.