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"Unter dem Sand" ist im Oscar-Rennen


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"Unter dem Sand" ist im Oscar-Rennen

“Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit” geht für Dänemark ins Rennen um den Auslands-Oscar. Das Drama beschäftigt sich mit einem wenig bekannten Kapitel der deutsch-dänischen Geschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten zumeist jugendliche Kriegsgefangene die von den deutschen Besatzern am dänischen Nordseestrand hinterlassenen Minen räumen und entschärfen.

Dass er tatsächlich mit seinem Film zur Oscar-Verleihung nach Los Angeles reist, kann der dänische Regisseur Martin Zandvliet immer noch nicht ganz fassen. “Ich möchte die Zeit anhalten und beobachten, mit dabei sein und alles genau fühlen. Für einen Regisseur ist das immer noch das Größte überhaupt, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich freue mich sehr.”

Etwa die Hälfte der jungen Männer soll bei dem Einsatz ums Leben gekommen sein. Genaue Zahlen zu den Opfern gibt es nicht. Martin Zandvliet durchkämmte Krankenhaus-Archive, betrieb Nachforschungen auf Friedhöfen und nahm die Hilfe von Hobby-Historikern in Anspruch, denn offizielle Nachweise gibt es nur wenige.

Es sei kein Film über Sieger und Besiegte, sondern über die Möglichkeit der Versöhnung, eine Botschaft, die bis heute ihre Gültigkeit hat. “Wir sprechen immer öfter über Mauern, Grenzzäune, die Abschottung der Staaten. Der englische Titel des Films ‘Land of mine’ bedeutet auch ‘mein Land’. Am Anfang ruft jemand: Dies ist mein Land. Europa sollte keine Grenzen haben und uns näher zusammenbringen. Derzeit scheint es so, als würde die Welt immer stärker auseinanderdriften.”

In die deutschen Kinos kam der Film bereits im Frühjahr 2016 und stieß auf lobende Kritiken.

“Unter dem Sand” ist einer der fünf Bewerber um den Auslands-Oscar, auch der deutsche Beitrag “Toni Erdmann” ist im Rennen.

Die Oscar-Verleihung findet am 26. Februar statt.

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