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Was der Jetset-Lifestyle der Familie Trump kostet


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Was der Jetset-Lifestyle der Familie Trump kostet

Alle Familienmitglieder des Präsidenten haben einen legalen Anspruch auf Personenschutz, so steht es im Paragraphen 3056 des US-Code, selbst nach ihrem Ausschieden aus dem Amt. Die Familie des neuen US-Präsidenten ist groß, allein fünf Kinder gehören dazu, vier davon bereits erwachsen. Doch das spielt keine Rolle.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump ist seit seinem Amtsantritt am 20. Januar bereits das dritte Wochenende in Folge zu seinem Mar-a-Lago Golf Resort in Palm Beach in Florida geflogen. Wochenendtrips, die den Steuerzahler um die 10 Millionen US-Dollar gekostet haben sollen. Das schreibt die Washington Post, basierend auf Daten aus einem Regierungsbericht über Reisekosten des Weißen Hauses. Eine Sprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, versicherte, dass der Präsident jeden Tag arbeite, auch wenn er nicht in Washington D.C. sei.

Seine Frau Melania und Sohn Barron haben ihr Domizil im New Yorker Trump Tower, für dessen Schutz täglich Kosten in Höhe von 500.000 US-Dollar anfallen, eine Summe, für die die Stadt New York aufkommt. Im Jahr sind das rund 183 Millionen Dollar.

Doch damit nicht genug. Seine Tochter Ivanka samt Familie hat gerade erst ein neues Anwesen in der Nähe von Washington bezogen, denn ihr Ehemann Jared Kushner ist inzwischen zum Senior Advisor ernannt worden. Er ist somit einer der engsten Berater von Donald Trump. Ivanka Trump hatte im Januar angekündigt, sich – genau wie ihr Vater – aus dem Familiengeschäft und ihrer führenden Rolle in “The Trump Organization” zu verabschieden, obwohl das auf der Webseite des Imperiums noch nicht ganz so offensichtlich ist. Auch Ivankas Familie, inklusive ihrer drei Kinder, steht Personenschutz zu.

Die beiden Söhne Eric und Donald Jr. leiten zukünftig das Trump-Imperium. Damit sind häufige Geschäftsreisen und Auslandsaufenthalte vorprogrammiert. Sie werden alle vom Personenschutz des Secret Service begleitet. Erst kürzlich, so schreibt die Washington Post, waren die beiden zur Eröffnung eines ihrer neuen Golf-Resorts in Dubai geflogen. Sohn Eric jettete nach Uruguay, um die Fortschritte beim Bau eines neuen Trump Towers in Punta Del Este, einem Ferienort am Meer, zu begutachten.

Die Washington Post beziffert die Summe der Ausgaben in Uruguay auf rund 100.000 Dollar für Unterbringung, zusätzliches Botschaftspersonal und Secret Service Personenschutz. Dass mit den Geschäftsreisen allerdings weiteres Geld in das ohnehin schon enorme Trump-Imperium fließt, und die Grenzen zwischen Geschäft und Politik verwischen, überrascht kaum.

Sowohl im Inland, als auch im Ausland: Der logistische Aufwand und die Summen für die zahlreichen Reisen sind schon einen Monat nach Amtsantritt des neuen Präsidenten unvorstellbar. Dagegen nehmen sich die kostspieligen Kurztrips und Urlaube des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama fast günstig aus: 100 Millionen Dollar sollen diese Ausflüge in acht Amtsjahren gekostet haben, so die Organisation Judicial Watch. Zu Obamas Amtszeit hatten sich die Republikaner im Kongress beschwert und eine Überprüfung der Ausgaben beantragt. An den Praktiken des derzeitigen Präsidenten hat sich bisher noch keiner der Abgeordneten gestört.

Offen bleibt, ob und wie der neue Präsident, der in seinem Wahlkampf wiederholt Obamas teure Ausflüge auf Kosten der Steuerzahler moniert hatte, seine Wahlversprechen gegen die Verschwendung von Steuergeldern umzusetzen gedenkt.