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Abtreibungsschiff mit österreichischem Arzt in Guatemala festgesetzt


Guatemala

Abtreibungsschiff mit österreichischem Arzt in Guatemala festgesetzt

Die guatemaltekischen Behörden haben ein in Österreich registriertes Segelboot festgesetzt. Das Boot dient einer niederländischen Organisation dazu, Abtreibungen vorzunehmen. Sie werden außerhalb der Hoheitsgewässer von Staaten durchgeführt, in denen Abtreibung illegal ist. Frauen werden in internationale Gewässern gebracht, wo ihnen die Abtreibungspille verabreicht wird. Der Einsatz des Abtreibungsschiffes in Guatemala war auf eine Woche angesetzt.

“Sie glauben, dass dies eine gute Gelegenheit ist, erstmals in Lateinamerika für die Entkriminalisierung und die Legalisierung der Abtreibung als Frauenrecht zu werben”, sagt die guatemaltekische Frauenrechtlerin Quetzali Crezo, die die niederländische Organisation “Women on Waves” unterstützt.

Mit an Bord ist der österreichische Gynäkologe Christian Fiala. Er leitet das Gynmed Ambulatorium in Wien und Salzburg.

“Ich unterstütze diese wichtige aber nicht ganz ungefährliche Aktion, weil in Südamerika Frauen mit einer ungewollten Schwangerschaft immer noch nach den Gesetzen der ehemaligen Europäischen Kolonialmächte gerichtet werden. Während in den meisten westlichen Ländern eine demokratische Selbstbestimmung die katholische Bevormundung mit großem Aufwand auf ein zivilisiertes Maß zurückgedrängt werden konnte, bringt dieses überholte und menschenverachtende Weltbild dort immer noch viele Frauen in Lebensgefahr, weil sie zu illegalen und damit gefährlichen Schwangerschaftsabbrüchen gezwungen werden, so wie früher auch bei uns”, sagt Dr. Fiala.





Doch nicht alle in Guatemala finden Belehrungen aus Europa gut. Die 50-jährige Marleny Arias will, dass die niederländische Frauenorganisation mit ihrem Schiff verschwindet.

“Das ist eine Sünde. Warum geht ihr nicht nach Holland und tötet dort Kinder! Geht nach Holland! Warum Guatemala? Wir haben viele Probleme in Guatemala, wir brauchen nicht noch mehr!”, meint Abtreibungsgegnerin Marleni Arias.

Die “Adelaide” wird an einem privaten Pier im Hafen von San José, 120 km südlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt festgehalten. Die Behörden werfen der Crew vor, sie in die Irre geführt zu haben und mit einem Touristenvisum nach Guatemala eingereist zu sein, obwohl der eigentliche Reisezweck ein anderer war.

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