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Punkte und Spinnen: Ausstellung über Yayoi Kusama und Louise Bourgeois


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Punkte und Spinnen: Ausstellung über Yayoi Kusama und Louise Bourgeois

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Die eine ist von Punkten besessen, die andere wurde mit Riesenspinnen berühmt. Eine Ausstellung in London vereint die Werke der Japanerin Yayoi Kusama und der französisch-amerikanischen Bildhauerin Louise Bourgeois. Der gemeinsame Nenner: Beide haben in ihren Arbeiten tiefe psychologische Wunden verarbeitet. “Traumata:http://www.sothebys.com/en/auctions/2017/traumata-bourgeois-kusama-ls1701.html” lautet der Titel der Schau.

Emma Baker, Ko-Kuratorin: “Bourgeois war 30 Jahre lang in Psychoanalyse. Kusama litt schon in der der Kindheit unter Halluzinationen. Sie hatte Visionen von Punkten, die ihr Sichtfeld bevölkerten, sie fühlte sich ihrer selbst beraubt. Kunst zu machen, Dinge auszuprobieren, war für beide ein Mittel, um das Trauma zu überwinden, ihre Ängste durch kreatives Schaffen unter Kontrolle zu bringen.”

Die Schrecken des Krieges spielten bei beiden Künstlerinnen eine prägende Rolle. Bei Louise Bougeois war es der Erste, bei Yayoi Kusama der Zweite Weltkrieg. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Stadt New York, in der ihre künstlerischen Karrieren begannen.

Frauenbezogene Themen, Gleichberechtigung und Sexualität sind ebenfalls ein zentraler Bestandteil im Werk beider Künstlerinnen.

Marina Ruiz Colomer, Ko-Kuratorin: “Wir sehen bei beiden ständig wiederkehrende Formen, Wölbungen und phallische Formen. Es gibt im Werk beider Frauen diese sich ständig wiederholenden Motive. Beide setzen sich mit dem Körper und organischen Formen auseinander.”

Eine letzte Gemeinsamkeit ist die Langlebigkeit der Künstlerinnen. Louise Bourgeois starb 2010 mit 98 Jahren. Die 87-jährig Yayoi Kusama ist immer noch aktiv. Die Ausstellung in Sotheby’s Londoner S2 Galerie geht bis zum 13. April.

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