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Hinter den Kulissen der Satirezeitung "Canard Enchaîné"

Hot Topic Mehr zu Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017

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In Frankreich ist sie berühmt für ihren unabhängigen und investigativen Journalismus: Zuletzt hat die Canard Enchaîné den französischen Präsidentschaftswahlkampf auf Touren gebracht. Die Artikel der satirischen Wochenzeitung brachten den konservativen Kandidaten François Fillon in Bedrängnis. Das Blatt erscheint mittwochs und umfasst acht Seiten auf Zeitungspapier. Es gibt weder Werbung noch eine richtige Webseite mit den Artikeln online.

“Wenn wir die Artikel über Fillon ins Internet gestellt hätten, hätten wir sie dann noch Mittwoch in der Zeitung bringen können? Das ist das perfekte Beispiel dafür, dass die gedruckte Zeitung immer noch ihre Berechtigung hat, dass sie ihr Geld wert ist. Sie kann unabhängig sein, wenn der Zeitungsjournalist es schafft, unabhängig zu sein. Wir sind ein Gegengewicht. Das heißt. wir begrenzen all den Unsinn und Mist, den Politiker oder Institutionen verzapfen”, so Ex-Herausgeber Claude Angeli.

1915 während des Ersten Weltkriegs gegründet ist der Canard bekannt für seinen Enthüllungsjournalismus in alle politischen Richtungen sowie für seine subtilen Parodien und Karikaturen.

“Für mich ist es sehr wichtig, beim Canard zu arbeiten, denn es ist eine außergewöhnliche Zeitung, sowohl in Frankreich als auch im internationalen Vergleich. Es ist eine unabhängige Publikation. Was für mich als Karikaturist besonders wichtig ist, ist, Machtmissbrauch anprangern zu können. Auch in Demokratien spürt man da eine gewisse Unterdrückung”, sagt der Zeichner Pancho.

Das Motto des Canard “Die Pressefreiheit verschleißt nur, wenn man sie nicht nutzt” (“La liberté de la presse ne s’use que quand on ne s’en sert pas”) fasst die redaktionelle Linie gut zusammen. Garant der Unabhängigkeit ist eine Kriegskasse von zehn Millionen Euro. Herausgeber Erik Emptaz:

“Unterscheiden wir uns von anderen Zeitungen? Ja, in dem Sinn, dass wir ernsthaften Enthüllungsjournalismus betreiben, aber ohne uns zu ernst zu nehmen. Das heißt, wir recherchieren, dann kontrollieren wir eher drei- als einmal, aber wir veröffentlichen die Geschichte dann nicht in einem anklagenden oder harten Ton, sondern eher in unserem typisch spöttischen Canardstil.”

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