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Papst ruft in Ägypten zu Kampf gegen Extremismus auf


Ägypten

Papst ruft in Ägypten zu Kampf gegen Extremismus auf

Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch in Ägypten alle Religionen zum Kampf gegen Extremismus aufgerufen. Bei einer Friedenskonferenz in der Al-Azhar-Universität, einer der höchsten Autoritäten für die sunnitischen Rechtsschulen, forderte er die religiösen Verantwortungsträger auf, die Gewalt zu entlarven, die sich hinter einem vermeintlichen religiösen Charakter verberge.

Franziskus beklagte eine gefährliche Vermischung religiöser und politischer Inhalte. Darin sieht er die “Gefahr, dass die Religion von der Sorge um weltliche Angelegenheiten aufgesaugt und von den Schmeicheleien weltlicher Mächte in Versuchung geführt wird, die sie in Wirklichkeit instrumentalisieren.”

Nach einer Reihe blutiger Anschläge gegen ägyptische Kopten mit zuletzt 45 Toten kommt der Besuch in einer angespannten Situation. Franziskus sagte: “Ich denke auch an die Opfer der Anschläge auf koptische Kirchen im Dezember und erst vor kurzem in Tanta und Alexandria.”

An einer Stelle in seiner Rede wich der Pontifex vom Manuskript ab. Er richtete sich direkt an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi: “Sie haben vorhin gesagt, dass Gott ein Gott der Freiheit ist, und das ist wahr.” Ägypten habe bei seinem Aufbau einer friedlichen Gesellschaft und beim Kampf gegen Terrorismus “unter Beweis zu stellen”, dass der Glaube an Gott die Heimat für alle sei, sagte der Papst unter Applaus mit einem Verweis auf das Motto der Revolution von 1952.

Franziskus ist noch bis Samstag in Kairo. Dann will er auf einem Luftwaffenstützpunkt einen Gottestdienst feiern. Er ist erst der zweite Papst der Neuzeit, der Ägypten besucht.

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