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Papst will Dialog mit Islam stärken


Ägypten

Papst will Dialog mit Islam stärken

An diesem Freitag wird Papst Franziskus in Ägypten erwartet. Er wolle mit seinem Besuch ein Zeichen setzen für den religionsübergreifenden Dialog, verlautete aus dem Vatikan.
Überschattet wird die Reise von Sicherheitsproblemen und der Kritik konservativer Geistlicher in Rom.

Geplant sind Besuche der kleinen katholischen Gemeinde in Ägypten, der Al-Azhar Universität, dem wichtigsten sunnitischen Religionszentrum, und ein Treffen mit dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche Papst Tawadros II.. Er hoffe, er könne einen Beitrag zum interreligiösen Dialog mit der islamischen Welt sowie zum ökumenischen Dialog mit der koptisch-orthodoxen Kirche leisten. Die Welt, zerrissen durch blinde Gewalt, die auch Ägypten erschüttere, brauche Frieden, Liebe und Gnade.

Sein wichtigstes Anliegen sind die Beziehungen zur mehr als 1.000 Jahre alten Al-Azhar-Universität.
Dem Vatikan zufolge ist der christlich-muslimische Dialog für den Papst wichtiger denn je. Konservative Geistliche kritisieren ihn dafür: Es gebe einen Krieg der Religionen und es dürfe deshalb keinen Dialog mit dem Islam geben.

Weitere Kritik erfährt das geplante Treffen mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi.
Dem Pontifex wird vorgeworfen, einer Unterdrückerregierung die Legitimation zu erteilen. Die Menschenrechtslage im Land ist verheerend, die islamistische Muslimbruderschaft wird verfolgt. Viele Menschen fühlen sich unfreier als zu den Zeiten des Langzeit-Präsidenten Husni Mubarak.

Hauptsorge während der 27-stündigen Reise ist die Sicherheit des Papstes. Am Palmsonntag vor zweieinhalb Wochen wurden Dutzende Menschen beim Angriff auf zwei koptische Kirchen getötet. Die IS-Dschihadistenmiliz bekannte sich zu den Anschlägen.

Franziskus hingegen will auf ein gepanzertes Fahrzeug verzichten und sich in Kairo in einem normalen Wagen fortbewegen, um näher an den Menschen zu sein.

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