Eilmeldung

Weitergabe geheimer Informationen: Trump rechtfertigt sich

Sie lesen gerade:

Weitergabe geheimer Informationen: Trump rechtfertigt sich

Schriftgrösse Aa Aa

Der jüngste Aufreger über Donald Trump: ein Treffen des US-Präsidenten mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am vergangenen Mittwoch im Weißen Haus. Nach Informationen amerikanischer Zeitungen soll Trump dabei streng gehütete Geheimdienstinformationen ausgeplaudert haben. Jetzt hat Trump die Informationsweitergabe an Russland verteidigt.

Im Internet schrieb er, er habe das Recht dazu, Fakten über Terrorismus und Luftfahrtsicherheit zu verbreiten. Er habe das aus humanitären Gründen getan. Außerdem habe er Russland dazu bewegen wollen, mehr im Kampf gegen den Terrorismus zu tun.


Die Informationen sollen geplante Anschläge des sogenannten Islamischen Staates betreffen. Sie stammen angeblich von einem befreundeten Land im Nahen Osten. Das macht die Sache besonders prekär, denn aus diesen Daten kann man mutmaßlich die Quelle der Informationen herauslesen. Aus der US-Regierung verlautet dagegen, die Informationen seien gar nicht so geheim und sowieso schon öffentlich bekannt gewesen.

Kritiker werfen der Trump-Regierung vor, bei Kritik mit zweierlei Maß zu messen, auch, weil Trump seine Konkurrentin im Präsidentschaftswahlkampf, Hillary Clinton, dafür kritisiert hatte, E-Mails mit dienstlichen Informationen über eine unsichere Verbindung verschickt zu haben und damit riskiert zu haben, dass regierungsinterne Informationen nach außen dringen.

Ein Kommentar von Stefan Grobe, Euronews Washington D.C.

"Denken Sie mal darüber nach, was passiert wäre, wenn Hillary Clinton, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin, das gemacht hätte. Wenn sie im Weißen Haus über solch sensible Angelegenheiten mit den Russen gesprochen hätte, die Republikaner hätten sie dafür gekreuzigt.

Und noch etwas: Die Republikaner haben Barack Obama einst dafür kritisiert, dass er im Oval Office sein Jackett ausgezogen hat. Das ist unerhört.

Ich habe von einem republikanischen Wahlkampfmanager von John McCain gehört, der dieser Regierung vorwirft, sie unterstütze Betrug und regelmäßige Lügen in einem nie dagewesenen Maß.

Die meisten republikanischen Wähler 82 oder 84 Prozent, stehen immer noch hinter Trump. Wenn man aus Washington hinausfährt, trifft man immer noch Trump-Wähler, die zu 100 Prozent hinter ihm stehen. Die Republikaner im Kongress machen sich deswegen ein bisschen Sorgen. Sie sehen das Chaos in Washington, auf der anderen Seite können sie sich aber auch nicht zu stark vom Präsidenten lossagen, zumindest nicht in diesem Jahr.

Im kommenden Jahr finden Kongresswahlen statt. Dann könnte es anders aussehen. Ich glaube, solange Trump die Unterstützung seiner Stammwählerschaft hat, auf dem Land, unter den Arbeitern, solange werden die Republikaner im Kongress wohl widerwillig zu ihm stehen. Wenn die Zahl der Wählerstimmen für Trump irgendwann einmal sinkt, werden wir einen Präsidenten sehen, der in seiner eigenen Party ziemlich allein dasteht.