Eilmeldung

Eilmeldung

Draghi bleibt bei seinem Ausblick

Sie lesen gerade:

Draghi bleibt bei seinem Ausblick

Schriftgrösse Aa Aa

EZB-Präsident Mario Draghi sieht derzeit keinen Grund für Änderungen am geldpolitischen Ausblick der Notenbank.

Das machte er auf einer Veranstaltung in Madrid deutlich. Laut Redetext sagte er, die Europäische Zentralbank (EZB) komme bei der Bewertung negativer Folgen ihrer Geldpolitik zu keiner neuen Einschätzung. Draghi hatte zuletzt wiederholt bekräftigt, dass die Schlüsselzinsen der Notenbank weit über die Zeit der Anleihenkäufe hinaus auf dem aktuell niedrigen Niveau oder sogar noch darunter liegen dürften.

Draghisaysthere’s no reasonto deviatefromECB guidance https://t.co/uGGjqWGh8T pic.twitter.com/EtJMLhD0rD

— Bloomberg (@business) 24 mai 2017

“Die Nebenwirkungen sind begrenzt geblieben, aber wir berücksichtigten sie in der Formulierung unserer Geldpolitik”, sagte Draghi. Er bestätigte zugleich seine Vorstellungen darüber, in welcher Reihenfolge die EZB künftig ihre geldpolitischen Maßnahmen zurückdrehen wird. Bisher ist vorgesehen, dass zunächst die großangelegten Anleihenkäufe der Notenbank gestoppt sein müssen, bevor Zinserhöhungen infrage kommen. EZB-Direktor Benoit Coeure hatte diese Reihenfolge unlängst in einem Reuters-Interview infrage gestellt. Dies sei nicht in Stein gemeißelt, hatte er gesagt.

WARNUNG VOR SCHULDENBERGEN

Gleichzeitig warnte die EZB vor den Schuldenbergen einzelner Euro-Länder.

In den vergangenen sechs Monaten habe die Gefahr zugenommen, dass dieses Thema wieder verstärkt in den Fokus der Märkte rücken könnten, so die Euro-Notenbank in ihrem Bericht zur Finanzstabilität. Zwar habe sich der Währungsraum wirtschaftlich weiter erholt. Andauernde politische Unsicherheiten könnten aber das Wachstum dämpfen und zu höheren Risikoprämien führen. “Das würde die Finanzierungskosten erhöhen und könnte Sorgen um die Schuldentragfähigkeit in einigen Ländern auslösen”, warnte die Europäische Zentralbank (EZB). Konkrete Staaten nannte sie nicht.

News: ECB saysBrexitnot one of the main concernsfor Eurozonefinancialhttps://t.co/SCFuXtQYi7 #Finance #Markets #News #FX #Forex

— AlphaGroupFX(@AlphaGroupFX) 24 mai 2017

In ihrem Bericht betonen die Euro-Wächter insbesondere die Gefahr starker Kursbewegungen am Markt für Staatsanleihen, die weiterhin erheblich sei. Nach der Präsidentenwahl in Frankreich hätten dort die Rendite-Unterschiede aber wieder etwas abgenommen. Auch seien die derzeitigen Risiken nicht mit denen zum Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise vergleichbar. Im Jahr 2012 waren die Risikoaufschläge der Anleihen Spaniens, Portugals und Italiens kräftig nach oben geschossen – zeitweise drohte sogar ein Auseinanderbrechen Euro-Zone. Aktuell macht Volkswirten vor allem Italien Sorge. Dessen hohe Staatsverschuldung von rund 133 Prozent der Wirtschaftsleistung wird im Währungsgebiet momentan nur noch von Griechenland übertroffen.

su mit Reuters