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Real Madrid-Held Mijatovic: "Ich sage mal: 2:0 für Real"


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Real Madrid-Held Mijatovic: "Ich sage mal: 2:0 für Real"

Predrag “Peđa” Mijatovic hat sich den Ruf als Held des Finales der Fußball-Champions League 1998 in Amsterdam erworben. Das Tor des Montenegriners sicherte Real Madrid seinerzeit den siebten Gewinn des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs.

Nun geht es für die Königlichen gegen den Gegner von damals, Juventus Turin, am Samstag erneut um die Krone des Vereinsfußballs. euronews hatte Gelegenheit, Mijatovic kurz vor dem Showdown in Madrid zu interviewen. Die interessantesten Aussagen des Ex-Nationalspielers im Überblick:

“Wir waren uns damals bewusst, dass wir vor einem historischen Finale stehen. Die Statistik war bekannt: 32 lange Jahre hatte Real den Landesmeisterwettbewerb nicht gewonnen. Das letzte Mal war 1966 gegen Partizan Belgrad. Für den Verein habe ich als Kind geschwärmt. Wir waren bereit, Geschichte zu schreiben. Der siebte Titel wurde von den Fans von Real Madrid sehnsüchtig erwartet. Deshalb waren wir voll fokussiert.”

“Obwohl wir immerhin sechs Titel vorzuweisen hatten, machten sich Leute schon lustig über Real Madrid. Sie sagten: Oh ja, ihr habt sechs – aber alle nur in Schwarz-Weiß.”

“Es war das wichtigste Tor und der süßeste Moment meiner ganzen Karriere. Nach einem Befreiungsschlag landete der Ball bei mir. Als Stürmer handelst du immer instinktiv, man muss sich schnell entscheiden, das Treten gegen den Ball ist dann ein Naturinstinkt.”

“Es hat lange Zeit gebraucht, um zu realisieren, was ich getan habe. Und wie wichtig das war. Als aktiver Profi nimmt man das zuerst nicht so wahr. Wenn dann aber nach dem Rücktritt die Leute erzählen, was sie während des Matches empfunden und gespürt haben, dann ist das ein schönes Gefühl.”

17 Jahre später treffen Real Madrid und Juventus Turin nun wieder aufeinander, im Nationalstadion von Cardiff in Wales. Den Madrilenen könnte als erster Mannschaft die Titelverteidigung gelingen. Die “Alte Dame” Juventus gewann zuletzt 1996 die Champions League.

“Das sind zwei Teams mit unterschiedlichen Systemen. Juventus ist eher defensiv und gut auf dem Spielfeld positioniert. Sie warten auf den kleinsten Fehler von Real Madrid. Die Königlichen sind kreativer. Sie haben große Spieler wie Christiano Ronaldo, Gareth Bale – wenn er denn spielt -, Isco, Modric im Mittelfeld. Das wird eine enge Angelegenheit.”

“Gianluigi Buffon hat eine große Saison in der Serie A und der Champions League hinter sich. Er ist ein großer Rückhalt für Juve. Vor ihm in der Abwehr stehen sie zu dritt oder viert, alles erfahrene Leute. Und vorne haben sie den enorm kreativen Dybala. Er ist magisch. An einem guten Tag kann er das Spiel alleine entscheiden. Und Higuain ist gegen seine Ex-Mannschaft sowieso enorm motiviert. Er hat den notwendigen Willen, die Champions League zu gewinnen.”

“Bei Real Madrid muss ich natürlich Abwehrchef Sergio Ramos ansprechen. Er ist der Kapitän, der Anführer und wie gemacht für diese Art von Endspielen. Er hat immer in allen wichtigen Partien überzeugt. Nicht nur in der Abwehr, sondern auch als Stratege mit dem tödlichen Pass. Im Mittelfeld möchte ich auch Luka Modrić erwähnen. Bei ihm sieht alles leicht und einfach aus – so ist Fußball aber nicht. Und dann sind da natürlich noch CR7, Benzema, Bale…”

“In diesem Finale räume ich Real Madrid die leicht besseren Chancen ein. Normalerweise tippe ich nicht, aber weil wir hier so gerade so entspannt sind, sage ich mal: 2:0 für Real Madrid.”

Erstmals kämpfen in Cardiff zwei deutsche Weltmeister mit ausländischen Finalisten um Europas Fußballkrone. Toni Kroos will mit Real den Titel verteidigen. Nationalmannschaftskollege Sami Khedira läuft für Juventus auf.

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