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Die Franzosen haben ihrem Präsidenten die absolute Mehrheit im Parlament geschenkt. Verschenkt haben allerdings die Nichtwähler ihre Stimmen, mehr als die Hälfte – rund 57 Prozent der Stimmberechtigten – sparten sich den Urnengang. Frankreich hat den Wandel gewählt, sagt Edouard Philippe, französischer Premierminister.

“Noch vor einem Jahr hätte sich niemand eine solche politische Erneuerung vorstellen können. Das verdanken wir dem Präsidenten, der der Demokratie einen neuen Anstoss gibt. Und wir verdanken es den Franzosen, die eine erneuerte Nationalversammlung sehen wollten.”

Der Triumph für Macrons erst vor gut einem Jahr gegründete Mitte-Partei La République en Marche bestätigt eine historische Zäsur, die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mussten eine herbe Niederlage einstecken. Die niedrige Wahlbeteiligung interpretierte der junge Präsident als Verpflichtung zum Erfolg, um auch die Skeptiker mitzunehmen auf seinem Marsch. Jetzt hat er die notwendige Mehrheit, um seine Wahlversprechen umzusetzen. Den breiten Rückhalt will und muss er sich jetzt mit seinen Reformen erarbeiten.