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17 Gangster erschossen: Kommission ermittelt

Im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa ermittelt nach dem Tod von 17 Bandenmitgliedern nun eine Menschenrechtskommission.

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17 Gangster erschossen: Kommission ermittelt

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Sind die 17 Bandenmitglieder im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa bei sogenannten “unrechtmäßigen Tötungen” ums Leben kommen? Familienangehörige der erschossenen Gangster werfen der Polizei genau dies vor. Es habe keine echte Verfolgungsjagd mit Schießerei gegeben, so die Mutter eines Erschossenen, die aus Angst vor der Polizei ihren Namen nicht angibt. Viele der Toten seien einfach in den Rücken oder in den Kopf geschossen worden. Es seien Hinrichtungen gewesen.

Der Bundesstaat hat nun eine Kommission eingesetzt, die ermitteln soll, ob bei dem Vorfall am Samstag Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden. Seit der Auslieferung von Kartellchef Joaquín “El Chapo” Guzmán an die USA kämpfen mehrere Fraktionen in Sinaloa um die Kontrolle des Verbrechersyndikats. Nach Angaben der Polizei gehöre der Vorfall vom Freitag in die Kategorie: Kämpfe zwischen Drogenbanden um die Herrschaft, die Polizei musste eingreifen.

Joel Ernesto Soto, der Polizeichef von Sinaloa, erklärte: “Wir haben da gar nichts dagegen, dass ermittelt wird. Uns ist es recht, wenn die Fakten ans Licht kommen. – Die Köpfe des Kartells sind weg, keine Kontrolle mehr, sie bringen unschuldige Menschen um, ganze Familien. Ist das normal? Am Samstag töteten sie zwei Menschen, einfach so in aller Öffentlichkeit und dachten, dass sie damit davonkommen.”

Nach Angaben der Behörden waren die 17 Männer, die bei dem Schusswechsel ums Leben kamen, schwer bewaffnet gewesen, insgesamt 24 Waffen seien beschlagnahmt worden. Fünf Polizisten wurden leicht verletzt.