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Die Elbe ist Hamburgs Lebensader – aber auch seine Achilles-Ferse: Hochwasser ist ein ewiges Problem. Die Sturmflut 1962 hat sich ins kollektive Gedächtnis gegraben. Angesichts des Klimawandels erwarten die Behörden, dass zum Ende des Jahrhunderts der maximale Hochwasserstand um einen halben Meter höher liegt. Dennoch wurden die neue Elbphilharmonie und die HafenCity direkt am Wasser gebaut, vor den Deichen, die die Innenstadt schützen. Grundpfeiler ist das Warftenkonzept: Alles liegt deutlich über dem üblichen Pegel.

Jürgen Rux, Projektmanager bei der HafenCity: “Das funktioniert in der HafenCity folgendermaßen: Zunächst baut man die Infrastruktur, das heißt die Verkehrsstraßen auf dem hochwassersicheren Niveau. Und die privaten Investoren bauen dann ihre Gebäude an die Infrastruktur, an das Straßennetz, was hochwassergeschützt ist, an. Der Vorteil dieses Warftenkonzepts ist, dass man keinen Deich oder keine Wand vor sich sieht, sondern wir haben von unserer Ebene aus den perfekten Blick auf die unterschiedlichen Ebenen, auf die Ponton-Anlage bis zum Wasser.”



Das neue Viertel wurde auf Sockeln errichtet, die gut acht Meter über dem normalen Elbe-Wasserstand liegen. Ein Nachteil dieser Bauweise ist, dass die Schutzhöhe schlecht aufgestockt werden kann, falls die Folgen des Klimawandels schlimmer ausfallen als erwartet. Hamburg stockt derzeit seine gut 100 Kilometer Deichlinie um mindestens achtzig Zentimeter auf.

Keine Option für die HafenCity. Rux hält aber auch die Deich-Konstruktion für problematisch: “Da gibt es Grenzen. Ich denke mal, wenn es tatsächlich so einen starken Klimawandel geben wird, der auch über die von Hamburg vorgesehenen Ordinaten hinausgeht, dann wird in erster Linie die Innenstadt ein starkes Problem haben. Denn die Innenstadt wird durch eine Wand geschützt, und wenn die Wand überflutet wird, dann hat man in der Innenstadt einige Meter unter Wasser. Während, wenn das Wasser hier in der HafenCity zwanzig Zentimeter höher kommt, dann haben wir hier zwanzig Zentimeter, aber nicht drei oder vier Meter.”

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Video: Ole Krogsgaard
Text: Margitta Kirstaedter