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Eierskandal: Auch in Deutschland wurde das Insektizid eingesetzt

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Eierskandal: Auch in Deutschland wurde das Insektizid eingesetzt

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Im Skandal um Millionen Eier, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind, kommen immer mehr Neuigkeiten ans Licht. Das Mittel soll nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Deutschland eingesetzt worden sein. Fünf niedersächsische Legehennenhalter sollen ihre Ställe mit einem fipronilhaltigen Mittel desinfiziert haben. Ein belgischer Händler steht im Verdacht, das in der Geflügelzucht verbotene Mittel in das Insektizid beigemischt zu haben. Vor belasteten Eiern wird inzwischen in neun deutschen Bundesländern gewarnt. REWE und Discounter wie Penny, Lidl und Aldi haben den Verkauf verdächtiger Eier bereits gestoppt.

“In den Niederlanden und Belgien sind mittlerweile fast 200 Legehennenbetriebe gesperrt. Es ist für den Menschen gefährlich, es hat mit Toxizität zu tun, es können Schäden an Nieren, Leber etc. entstehen”, so Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne).

Unklar ist, ob auch Lebensmittel belastet sein können, in denen Eier verarbeitet wurden. Die EU-Kommission beschwichtigt, die Situation sei unter Kontrolle, die Höfe seien identifiziert, verseuchte Eier seien vom Markt genommen. Verbraucher können sich im Internet über aktuelle Warnungen informieren.

“Wir haben jetzt auch Links gesetzt zur niederländischen Seite, damit die Verbraucher auch jederzeit dort sichergehen können. Und vor allem für Kinder ist wirklich Vorsicht geboten”, so der Minister.

Züchter rechnen mit großen Einkommensverlusten durch den Skandal. In den Niederlanden werden jährlich zehn Milliarden Eier produziert. 60 bis 70 Prozent davon sind für den Export bestimmt.


Was ist Fipronil?

Der Wirkstoff Fipronil kommt als Pflanzenschutzmittel oder in der Veterinärmedizin zum Schutz von Hunden vor Flöhen und Zecken zum Einsatz. Fipronil ist allerdings nicht nur für Zecken und Flöhe, sondern auch für Honigbienen in hohem Maße giftig. 2013 hat die Europäische Union daher beschlossen, den Einsatz in der Landwirtschaft zu begrenzen. Um Bienenvölker besser zu schützen, darf es zum Beispiel nicht mehr zur Saatgutbehandlung von Mais verwendet werden.