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Wirtschaftliche Misere in Venezuela schreitet voran


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Wirtschaftliche Misere in Venezuela schreitet voran

Venezuela: Das Land mit den weltweit größten Erdölreserven steht vor dem wirtschaftlichen Ruin. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2016 um rund 18 Prozent eingebrochen, ein Staatsbankrott wird immer wahrscheinlicher.

Nun haben die USA direkte Sanktionen gegen Präsident Nicolás Maduro verhängt, und weitere, gegen den Ölsektor des südamerikanischen Landes, angedroht.

Ein Embargo für venezolanische Ölimporte in die USA hätte verheerende Folgen für Venezuela.

Mark Weisbrot, Co-Direktor des Center for Economic and Policy Research in Washington erklärt:

“Das würde die Situation nur noch verschlimmern: Es gäbe mehr Hunger, noch mehr Menschen bekämen keine Medizin. Es würde dem Land noch schlechter gehen, besonders wenn es Sanktionen gegen die Ölfirmen gäbe. Das sind Venezuelas einzige Einkünfte, 95 Prozent seiner Exporteinnahmen! Das nimmt man ihnen weg! Stichwort finanzielle Sanktionen. Die werden sehr schwer wiegen. Aber allein die Androhung von diesen Sanktionen – und das ist etwas, was viele Menschen nicht verstehen – selbst wenn die Trump-Regierung sagt, dass sie Sanktionen verhängen will und es nicht macht – das kostet das Land Milliarden und schadet der Wirtschaft: Jeder, der Geld leihen oder investieren möchte, einen Kredit für Importe beispielsweise, er wird sie nicht bekommen. Denn zu jedem Zeitpunkt könnten die Sanktionen greifen und dann verliert er sein Geld.”

Die Wirtschaftskrise wird durch Korruption und staatliche Misswirtschaft verschärft, den Menschen fehlt es am Allernötigsten: Lebensmittel und Medikamente sind schwer zu bekommen, die galoppierende Inflation treibt die Preise weiter in die Höhe.

Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass sie 2017 noch auf 720 Prozent steigen könnte.

Aus Medikamentenmangel dürfe niemand mehr sterben, so Demonstranten auf der Straße: So hat die Kindersterblichkeit ein ungeahntes Ausmaß erreicht. Sie ist im Zeitraum von zwei Jahren um 30 Prozent gestiegen, die Müttersterblichkeit um rund 65 Prozent.