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Virginia: "Kein Platz für Nazis"


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Virginia: "Kein Platz für Nazis"

Ausnahmezustand in Charlottesville: Eine Kundgebung von Rechtsextremisten ist in den USA eskaliert.

Nach Angaben der Polizei kam am Samstag eine 32-jährige Frau ums Leben, als ein Fahrzeug in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia vermutlich absichtlich in eine Gruppe vom Gegendemonstranten raste und an einer Kreuzung zwei Autos rammte. Der Fahrer, ein 20-jähriger Mann aus Ohio, wurde festgenommen. Zuvor hatten sich Kundgebungsteilnehmer Schlägereien mit Gegendemonstranten geliefert.

Insgesamt wurden in Charlottesville 35 Menschen verletzt, 19 davon bei dem Autovorfall. Die US-Bundespolizei FBI nahm Ermittlungen auf.

Dem Fahrer werden Totschlag, Körperverletzung und Fahrerflucht vorgeworfen.

Zwei Polizisten kamen außerdem bei Charlottesville beim Absturz ihres Hubschraubers ums Leben, der die Zusammenstöße aus der Luft beobachtet hatte. Die Absturzursache war zunächst nicht bekannt.

Der demokratische Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe, erklärte den Notstand und richtete eine Botschaft an die Rechtsextremisten. “Ihr seid hier nicht willkommen”, sagte er bei einer Pressekonferenz. “Geht nach Hause. Nehmt euren Hass und eure Vorurteile mit. Es gibt hier keinen Platz für euch, und es gibt keinen Platz für euch in Amerika.”

An der Kundgebung unter dem Motto “Vereinigt die Rechte” hatten schätzungsweise mehrere Tausend Menschen aus verschiedenen ultrarechten Gruppen teilgenommen, so Angehörige der Alt-Right- Bewegung, Neonazis und Ku-Klux-Klan-Anhänger.

Anlass der Demonstration war ein Stadtratsbeschluss, eine Statue des Konföderierten-Generals Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zu entfernen.

Die zwei Autostunden südwestlich von Washington gelegene Stadt gilt als Hochburg der US-Demokraten.



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