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Nach Akhanlis Freilassung: Merkel macht Erdogan Vorwürfe

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Nach Akhanlis Freilassung: Merkel macht Erdogan Vorwürfe

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Er war im Spanienurlaub auf Verlangen Ankaras festgenommen worden, jetzt ist der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli wieder frei. In Deutschland ist die Erleichterung groß.

Zugleich warf Kanzlerin Angela Merkel der türkischen Regierung einen Missbrauch von Interpol vor. Erdogan hatte bei der grenzüberschreitenden Polizeibehörde einen Dringlichkeitsvermerk gegen den türkischstämmigen Autor hinterlegt.

Merkel sagte im RTL-Fernsehen: “Ich bin sehr froh, dass Spanien ihn jetzt erst einmal freigelassen hat. Wir sind mit der spanischen Regierung in Kontakt. Das geht nicht, wir dürfen internationale Organisationen wie zum Beispiel Interpol nicht für so etwas missbrauchen.”

Akhanli floh Anfang der 90er Jahre aus der Türkei nach Deutschland und besitzt ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Hintergrund der Festnahme in Spanien war der Vorwurf, der Autor sei 1989 an einem Raubmord in Istanbul beteiligt gewesen – ein Vorwurf, von dem er vor einem türkischen Gericht bereits freigesprochen worden war.

Der Schriftsteller glaubt, dass seine türkeikritischen Texte der eigentliche Grund der Verhaftung sind. Jetzt ist er zwar wieder frei, sitzt in Spanien aber weiterhin fest. Erdogan verlangt seine Auslieferung. Die Bundesregierung will diese um jeden Preis verhindern. Entscheiden muss letztendlich aber die spanische Justiz.