Eilmeldung

Eilmeldung

„Reparationen machen frei“: Polnische Forderungen an Deutschland

Eine offizielle Entscheidung Warschaus steht jedoch noch aus.

Sie lesen gerade:

„Reparationen machen frei“: Polnische Forderungen an Deutschland

Schriftgrösse Aa Aa

Die polnische Regierung fordert von Deutschland Entschädigungszahlungen als Ausgleich für die erheblichen Schäden während des Zweiten Weltkrieges. Der Künstler Wojciech Korkuć schließt sich dem an. Unter dem Motto „Reparationen machen frei“ rief er eine Plakatkampagne ins Leben.

„Ich möchte damit die Aufmerksamkeit der Deutschen erregen, die sich ja so sehr für die demokratischen Grundsätze in Europa einsetzen. Es gibt hier ein Thema, über das keine Rechenschaft abgelegt wurde. Ich habe einen guten Rat: Reparationen machen frei. Damit werden sich die Deutschen von diesem Thema befreien. Sie müssen dann nicht mehr lügen und nicht mehr manipulieren. Zahlen Sie die Reparationen, damit wir endlich ein normales Verhältnis haben!“, so Korkuć.

Während der deutschen Besatzung wurden ab 1939 teils ganze Städte dem Erdboden gleichgemacht, rund sechs Millionen Polen kamen im Zuge der deutschen Gewaltherrschaft ums Leben.

“Die Deutschen sind reich. Sie haben Polen ausgeraubt und alles genommen: Das Gold, das Geld, alles… Wo ist das alles abgeblieben? Wir hatten so viele Kulturgüter, Gemälde – all das ist weg, nichts wurde zurückgegeben“, sagt eine Polin.

Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo hatte vergangene Woche betont, ihr Land sei nie für die Wunden entschädigt worden, die die Deutschen den Polen zugefügt hätten, man wolle nur Gerechtigkeit. Noch hat die polnische Regierung jedoch keine Entscheidung getroffen, ob in Berlin eine offizielle Forderung eingereicht werden soll. Deutschland verweist auf eine Erklärung von 1953, in der Polen auf Reparationen verzichtet. Polens Verteidigungsminister Antoni Macierewicz argumentiert, sein Land sei damals ein Marionettenstaat der Sowjetunion gewesen, deshalb könne die Erklärung von 1953 keine Gültigkeit besitzen.