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Konflikt unter Friedensnobelpreisträgern: Tutu gegen Aung San Suu Kyi

Der anglikanische Geistliche kritisiert den Umgang mit dem Rohingya-Volk.

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Konflikt unter Friedensnobelpreisträgern: Tutu gegen Aung San Suu Kyi

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Angesichts der Vertreibung der Rohingya hat der anglikanische Geistliche und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung Sun Suu Kyi scharf kritisiert.

In einem Brief schrieb der Südafrikaner, wenn der Preis für Suu Kyis politischen Aufstieg das Schweigen sei, sei dieser Preis deutlich zu hoch. Ein Land, das nicht mit sich selbst im Reinen sei und das weder die Würde noch den Wert all seiner Bürger anerkenne, sei kein freies Land.

Aung San Suu Kyi wird vorgeworfen, die Vertreibung der muslimischen Minderheit im Vielvölkerstaat Myanmar nicht nachdrücklich genug zu verurteilen oder gar zu verhindern. Demonstranten forderten bereits, die ehemalige Freiheitskämpferin solle ihren Friedensnobelpreis zurückgeben, den sie 1991 verliehen bekam. Menschenrechtsorganisationen berichten, das myanmarische Militär gehe mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Mitglieder des Rohingya-Volkes vor. Zehntausende sind ins Nachbarland Bangladesch geflohen.