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Euro-müde? Italiens Opposition plant Parallelwährung

Für einige ist es ein Schritt in Richtung Euro-Ausstieg, für andere ein Druckmittel gegen die EU.

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Euro-müde? Italiens Opposition plant Parallelwährung

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Italiens führende Oppositionsparteien haben die Einführung einer Zweitwährung zum Euro gefordert. Diese soll ihrer Ansicht nach Wachstum und Arbeitsplätze bringen.

Drei der vier größten Parteien des Landes, darunter die Fünf-Sterne-Bewegung (MoVimento 5 Stelle), die Lega Nord und die Forza Italia des ehemaligen Premierministers Silvio Berlusconi planen, die neue Währung nach der Wahl im kommenden Jahr auf den zu Weg bringen.

Zuvor hatten sie gefordert, vollständig aus dem Euro auszutreten.

Schon seit einiger Zeit schwelt politischen Analysten zufolge in Italien eine Anti-Euro-Stimmung.

Einige italienische Abgeordnete hoffen, dass die EU so dazu gebracht werden kann, europäische Steuerregeln zu überarbeiten. Sie wollen unabhängiger sein, um mehr Ausgaben zu machen und Steuern zu senken.

Andere sehen in einer Zweitwährung einen Schritt in Richtung Euro-Ausstieg.

Die Europäische Kommission stellt sich gegen den Vorstoß, da sie in der Eurozone nur ein gesetzliches Zahlungsmittel zulässt.

Als der Euro 1999 in Italien eingeführt wurde, genoss er in der Bevölkerung eine breite Unterstützung. Allerdings hat diese positive Einstellung seither abgenommen: Viele machen die einheitliche Währung für einen sinkenden Lebensstandard und steigende Arbeitslosigkeit verantwortlich.

Eine Umfrage der Agentur Winpoll vom März zeigte, dass nur etwa die Hälfte der Italiener den Euro gut finden.

Die Wahl rückt näher und in Umfragen erreicht derzeit keine Partei eine Mehrheit im Parlament. Die Parallelwährung dürfte im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen: Die regierende sozialdemokratische PD (Partido Democratico) ist die bisher einzige Partei, die nicht am Euro rütteln will.