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Welche Koalition? Abwarten und Raute falten

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Welche Koalition? Abwarten und Raute falten

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Es besteht kaum ein Zweifel daran, wer die nächste Bundestagswahl gewinnt. Umfragen sehen Bundeskanzlerin Angela Merkels CDU mit großem Abstand in Führung.

Die Frage ist nun: Gibt es erneut eine Große Koalition mit der SPD? Oder eine kleine Koalition, und wenn ja, wer mit wem?
Denn vier kleine Parteien liegen in den Umfragen fast Kopf an Kopf. AFD, Linke, Grüne und Liberale könnten fast alle zum Königsmacher werden.

Tatsächlich bemühten sich die möglichen Dritten zuletzt verstärkt um noch Unentschlossene. Die Rechtspopulisten der AfD haben gute Chancen, aus dem Stand heraus drittstärktste Kraft zu werden. Außerdem wird mit ihnen wohl zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag einziehen. Die AfD ist gegen unkontrollierte Einwanderung, gegen den Islam in Deutschland und zu viel Macht in Brüssel. Mitglieder provozierten wiederholt mit rassistischen Äußerungen.


Eine Koalition mit der AfD schließen alle Parteien deshalb kategorisch aus. Nico Siegel vom Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap beobachtet den Wahlkampf ganz genau: “Für eine Große Koalition wird es mit Sicherheit reichen. Andere Konstellationen sind unter Umständen nur mit drei Parteien möglich. Für die SPD ist natürlich die entscheidende Frage, was will die Mehrheit ihrer Wählerinnen und Wähler? Eine weitere Große Koalition oder einen Gang in die Opposition?”


Für Schwarz-Gelb und Schwarz-Grün wird’s wohl rein rechnerisch nicht reichen. Möglich wäre eine Jamaika-Koalition zwischen Union, Liberalen und Grünen, eine Premiere auf Bundesebene und die einzig rechnerisch mögliche Alternative zur Großen Koalition.


Zwar liegen Grüne und FDP mit ihren Schwerpunkten Umweltschutz auf der einen und Wirtschaft auf der anderen Seite weit auseinander. Allerdings haben sie sich auch schon einmal auf Länderebene in Schleswig-Holstein zu einer Jamaika-Koalition zusammengerauft.


Auch die Linke könnte drittstärkste Kraft werden. Die SED-Nachfolgepartei setzt auf mehr Staat, will das West-Ost-Gefälle bei den Renten korrigieren und Niedriglöhne abschaffen. Ihre Forderungen gelten als ähnlich extrem wie die der AfD, so dass sie als Koalitionspartner nicht in Frage kommt.