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Buenos Aires: Proteste nach Verschwinden von Aktivisten

Seit zwei Monaten fehlt von Santiago Maldonado jede Spur. Er war zuletzt bei Protesten für die Rechte des Mapuche-Volkes gesehen worden.

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Buenos Aires: Proteste nach Verschwinden von Aktivisten

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Tausende haben in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gegen das Schweigen der Regierung nach dem Verschwinden eines Menschenrechtsaktivisten protestiert.

Santiago Maldonado ist seit zwei Monaten verschwunden. Zuvor hatte er sich an der Seite des indigenen Mapuche-Volkes für deren Landrechte in Patagonien eingesetzt.

Die Ureinwohner im Süden Lateinamerikas waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts von der argentinischen Armee von ihrem Land in Patagonien vertrieben worden, später verkaufte die argentinische Regierung große Teile des indigenen Territoriums an internationale Konzerne, darunter auch an die italienische Modefirma Benetton. Sie ist der größte Grundbesitzer des Landes und nutzt rund eine Million Hektar des Landes für die Schafzucht. Immer wieder kommt es auf dem Benetton-Land zu Zwangsräumungen von Mapuche-Siedlungen, die die Gegend als ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet verstehen.

An einer solchen Protestaktion hatte der 28-jährige Maldonado teilgenommen. Dort war er während einer Straßenblockade von Sicherheitskräften festgenommen worden. Seitdem gibt es keine Nachrichten über seinen Verbleib.

Sein Bruder forderte die Regierung zum Handeln auf:
“Ich möchte die Menschen an der Spitze unseres Landes fragen, Präsident Mauricio Macri und seine Minister….ich möchte Sie fragen: Wo ist Santiago Maldonado?”

Das Verschwinden des Aktivisten schürt in Argentinien Angst: Zu Zeiten der Militärdiktatur von 1976-1983 verschleppte das Regime mehrere zehntausend Menschen. Seit damals protestierten die Mütter der Verschwundenen regelmäßig auf dem “Plaza de Mayo” und forderten Aufklärung. Auch jetzt demonstrieren die Menschen dort.

Maldonado war zuletzt in der Ortschaft El Bolsón in der Provinz Río Negro gesehen worden – dort soll er von Sicherheitskräften geschlagen worden sein.

Verschiedene Aktivistengruppen fragen: Wo ist Santiago Maldonado?