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159 Überstunden: Japanische Reporterin stirbt nach Herzversagen

Die japanische Arbeitsaufsicht entschied, dass der Tod der 31-Jährigen auf ihre vielen Überstunden zurückzuführen ist.

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159 Überstunden: Japanische Reporterin stirbt nach Herzversagen

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Japan ist für seine strenge Arbeitsmoral bekannt. Dass viele Menschen bis zur totalen Erschöpfung arbeiten, ist ein bekanntes Problem und hat sogar einen Namen: “Karoshi” ist der “Tod durch Überarbeitung”.

Die japanische Arbeitsaufsicht urteilte, dass eine junge Journalistin wegen zu viel Arbeit einen Herzstillstand erlitt.

Miwo Sado arbeitete beim staatlichen Sender NHK und berichtete im Sommer 2013 über zwei Kommunalwahlen in Tokio. Innerhalb eines Monats hatte sie so 159 Überstunden angesammelt. Oft arbeitete sie an Wochenenden. Nur an zwei Tagen ging sie nicht ins Büro.

Mit 31 Jahren starb sie an einer Herzinsuffizienz. Der Fall wird erst jetzt bekannt, weil ihr ehemaliger Arbeitgeber darüber berichtete. Grund dafür sei “die Entschlossenheit des Unternehmens zu demonstrieren, dass sich dieses Ereignis nicht wiederholen darf” NHK kündigte an, die Arbeitszeiten zu reformieren.

Die Familie der jungen Journalistin hatte sich zuvor in einem Schreiben beschwert, dass NHK über den Tod Sados schwieg. In einer Mitteilung war von “anormaler Arbeitssituation” die Rede.

Die japanische Regierung hat Überstunden auf 100 pro Monat limitiert und plant Strafzahlungen für Unternehmen, die diese Richtlinie nicht einhalten.

Laut einem Bericht aus dem vergangenen Jahr ist einer von fünf Angestellten in Japan von Karoshi bedroht. Im Jahr 2015 nahmen japanische Arbeitnehmer im Durchschnitt nur 8,8 Tage Urlaub – und damit halb so viel, wie ihnen zusteht.