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Katerstimmung in Katalonien

Wie sieht die Zukunft für die Cava-Region aus?

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Katerstimmung in Katalonien

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Sant Sadurni d’Anoia liegt im Herzen der katalanischen Weinregion. Dort kommt der beliebte Cava her. Der katalanische Sekt ist ein Exportschlager. Ob die Region weiter finanziell davon profitiert, ist ungewiss. Die Cava-Hersteller Freixenet und Codorniu erwägten bereits, bei einer Unabhängigkeit ihre Firmensitze nach Spanien zu verlegen.
Zwar hat der Regionalchef Carles Puigdemont zum Dialog aufgerufen, aber die Lage bleibt wohl zunächst ungewiss.
Für die Loslösung von Madrid stimmten die meisten Menschen in Sant Sadurni. Duch nun macht sich ein schaler Beigeschmack bemerkbar.

Jose Lopez Munoz arbeitete früher für eine der Sektkellereien. “Ich bin sehr beunruhigt. Wenn die Unternehmen verschwinden, dann gehen auch die Menschen weg,” meint er.

Auch die 20-jährige Studentin Joanna Nogues ist beunruhigt: “Cava-Hersteller wie Freixenet und Codorniu sind sehr groß, aber ich habe nichts mit denen zu tun. Was mich mehr sorgt, sind die Banken, die abwandern.”

Die Anwältin Montse ist für die Unabhängigkeit, sie beschwert sich über die Reaktionen in Madrid. Es sei nebensächlich, wenn die steuerpflichtigen Unternehmen abwanderten, das sei kein Problem, meinte diese Katalanin. Es sei jedoch nicht in Ordnung, wenn die spanische Regierung durch eine Ad hoc-Erklärung den Weg dafür ebne. Jeder solle das tun, was er für richtig halte, beschwert sie sich.

Für richtig halten Freixenet und Cordorniu, auch weiter von den Vorzügen des Binnenmarktes und der Gemeinschaftswährung zu profitieren. Da die Unabhängigkeit erstmal aufgeschoben ist, bleibt ihre rechtliche Lage weiter unklar. Katalonien, das Pulverfass.