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Wahlen in Österreich: Alles, was Sie wissen müssen

Worum geht es bei der Wahl? Welche Themen bestimmten den Wahlkampf und darf man in der Wahlkabine Selfies schießen? Was sind "fliegende Wahlbehörden"? Alles, was Sie rund um die Wahl in Österreich wissen müssen.

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Wahlen in Österreich: Alles, was Sie wissen müssen

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Österreich wählt am Sonntag vorzeitig einen neuen Nationalrat. Mitte Mai war die Koalition der sozialdemokratischen der konservativen ÖVP zerbrochen. Derzeit sieht es nach einem Wahlsieg für die Partei des erst 31 Jahre alten Sebastian Kurz aus. Zwischen der FPÖ und der SPÖ könnte das Rennen um Platz 2 knapp werden.

Die Parteien

10 Parteien stehen zur Wahl.

Die drei größten Parteien sind laut Umfragen ÖVP, SPÖ und FPÖ. Hinzu kommen sechs Parteien, die nur in bestimmten Bundesländern zur Wahl stehen.

  • Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei (ÖVP), Kanzlerkandidat: Sebastian Kurz
  • Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), Kanzlerkandidat: Heinz-Christian Strache
  • Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ), Kanzlerkandidat: Christian Kern
  • Die Grünen – Die Grüne Alternative (GRÜNE)
  • Das neue Österreich und Liberales Forum (NEOS)
  • Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ)
  • Freie Liste Österreichs (FLÖ)
  • Liste Peter Pilz (PILZ)
  • Liste Roland Düringer (GILT)
  • Die Weißen (WEISSE)

Die Themen

Nicht zuletzt wegen der guten Umfragewerte der Rechtspopulisten ist Zuwanderung das vorherrschende Thema im österreichischen Wahlkampf.

Auch der Skandal um Schmutzkampagnen bei Facebook, in den ein ehemaliger Wahlkampfberater der SPÖ verwickelt ist, beschäftigte Österreichs Medien in den Wochen vor dem Wahltag.

Andere Themen, die in den Wahlprogrammen auftauchen sind unter anderem das bedingungsloses Grundeinkommen, das Handelsabkommen CETA, Europa, Grenzkontrollen, mehr direkte Demokratie, Energiewende, Bildungsreform, Ehe für Alle.

Das Wahlsystem

183 Abgeordnete des Nationalrats werden für eine Legislaturperiode von 5 Jahren gewählt. Dabei gilt eine Vier-Prozent-Hürde: Österreichweit muss eine Partei vier Prozent der Stimmen oder mindestens ein Direktmandat in einem Wahlkreis erhalten, um in das Parlament einzuziehen.

Wahlpflicht besteht nicht.

Wählen dürfen alle Staatsbürger ab 16 Jahren. 6,4 Mio. Menschen sind wahlberechtigt. Mit einer Wahlkarte ist das Abstimmen in jedem Wahllokal möglich, sonst nur am Wohnsitz.

Vier Stimmen Jeder Wähler hat nicht nur eine, sondern vier Stimmen bei der NR-Wahl: Eine für die Partei und je eine für sogenannte Vorzugskandidaten im Wahlkreis, Land und Bund.

Die Rolle der Briefwähler
Briefwähler könnten eine entscheidende Rolle spielen. Erste Ergebnisse gibt es ab 17 Uhr weil viele ländliche Wahllokale bereits um die Mittagszeit schließen. Die Stimmen der Briefwähler werden nach 17 Uhr ausgezählt. Vor allem bei einem Kopf-an-Kopf-Rennens der großen Parteien könnten diese Stimmen entscheidend sein.

Was ist eine fliegende Wahlkommission?
Wer sich aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht in ein Wahllokal begeben kann, der kann beantragen, von einem besonderen Wahlvorstand besucht zu werden. Diese Wahlkommission “fliegt” beispielsweise in Pflegeheime, Krankenhäuser oder auch Gefängnisse und ist kostenlos.

Wer nicht selbst wählen kann…
…darf sich auch helfen lassen. Aber aufgepasst! Wer sich fälschlich als blind oder behindert ausgibt, kann mit einer Geldstrafe bis zu 218 Euro belegt werden.

Hashtag? #nrw17 ist das Stichwort, unter dem Nutzer in sozialen Netzwerken Meinungen, Artikel, Bilder und Videos teilen.

Selfies, Papierflieger und Hunde sind theoretisch erlaubt. Das Wahlrecht in Österreich verbietet es nur, dass gegen den Willen des Wählers bekannt wird, wie er abgestimmt hat. Der Stimmzettel darf auch zum Papierflieger gefaltet werden, solange er in den Umschlag und in die Wahlurne passt. Hunde sind in der Wahlkabine nicht ausdrücklich verboten.