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Was tun mit IS-Rückkehrern?

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Was tun mit IS-Rückkehrern?

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Rakka ist komplett in den Händen der Syrischen Demokratischen Kräfte. Ein Sprecher des von Kurden geführten Bündnisses SDF gab bekannt, die frühere Hochburg der IS-Dschihadistenmiliz sei befreit. In den vergangenen Tagen wurde Rakka nach verbliebenen IS-Kämpfern durchkämmt.


Die Menschen dort atmen auf. Viele IS-Dschihadisten haben sich bereits ergeben. Auch ausländische Kämpfer – wie etwa ein Dutzend Deutsche – waren in der Stadt. Was nun mit ihnen geschieht, das wird von Staat zu Staat verschieden gehandhabt.
Etwa 350 Ausländer wurden an westliche Geheimdienste übergeben.

Was aus den deutschen IS-Söldnern wird, bleibt ein Streitpunkt. Berlin ist dagegen, dass ihnen im Irak oder Syrien der Prozess gemacht wird – im Gegensatz zu Paris und Washington. Befürchtet werden Exekutionen und Schauprozesse. Kehren sie jedoch nach Deutschland zurück, könnte weiter Gefahr von ihnen ausgehen. Selbst in Gefängnissen – oft ein Hort von Radikalisierungen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière forderte am Rande des G7-Treffens auf Ischia einen besseren Informationsaustausch. Wenn man mehr Daten zu Verdächtigen im Ausland habe, könne man die Straftäter besser verfolgen.

Das betrifft auch verdächtige Frauen und Kinder. Von den etwa 950 Deutschen, die sich in den vergangenen Jahren dem Dschihad in Syrien oder dem Irak angeschlossen haben, sind knapp 200 von ihnen deutsche Frauen. Bis zu 50 waren zum Zeitpunkt ihrer Reise ins Kriegsgebiet noch Minderjährige.

Jetzt, nach wahrscheinlich jahrelangen Radikalisierungen, kehren diese nach Deutschland zurück. So genannte Kinder-Dschihadisten stellen nach Meinung des Verfassungsschutzes und trotz verschärfter Gesetze eine große und unterschätzte Gefahr dar.