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Hilfe aus der Heimat für polnische Obdachlose in Berlin

Polen will Sozialarbeiter in der deutschen Hauptstadt finanzieren.

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Hilfe aus der Heimat für polnische Obdachlose in Berlin

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Die polnische Regierung will künftig Sozialarbeiter in Berlin finanzieren. Sie sollen Polen in Not in der deutschen Hauptstadt aufsuchen, Hilfen vermitteln und sie zur Heimkehr bewegen. Das berichtet die deutsche Wochenzeitung “Die Zeit”. Unklar ist, wann und wie viele Sozialarbeiter zum Einsatz kommen.

Schätzungen der polnischen Botschaft zufolge leben mehr als 2000 polnische Obdachlose in Berlin. Dort steigt die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen seit Jahren. Genaue Zahlen gibt es nicht. Von den etwa 8000 Obdachlosen in Berlin kommt ein Viertel ursprünglich aus Nord-, Mittel- und Südosteuropa. Etwa zwei Drittel aller ausländischen Obdachlosen in Berlin sind aus Osteuropa. Neben Polen sollen Rumänen und Bulgaren die größten Gruppen bilden. EU-Bürger können nicht ausgewiesen werden, erhalten aber auch nicht sofort Sozialleistungen oder ein Anrecht auf eine Unterkunft.

Viele der osteuropäischen Obdachlosen sind in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben nach Deutschland gekommen. Zu Hause fehlen die Perspektiven und Berlin ist nicht so weit weg. Die künftige Beratung zu Heimkehrmöglichkeiten ist interessant für Menschen, die noch Bezugsanrechte in Polen haben. Aber viele wollen nicht zurück – sei es aus Scham oder weil in Polen weder Perspektiven noch Familien auf sie warten.

Volontäre der Evangelischen Journalistenschule in Berlin haben Fakten und Zahlen zum Thema Obdachlosigkeit in Berlin gesammelt. Mehr Infos zu ihrem Datenjournalismus-Projekt im Internet


Wie entwickelt sich die Zahl der Obdachlosen in Berlin? from Evangelische Journalistenschule on Vimeo.

Der Vorstand des Polnischen Sozialrats Berlin-Kreuzberg Witold Kaminski kennt viele Obdachlose in Berlin; er wehrt sich gegen Klischees: