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Trump-Regierung will Cannabis-Freigabe stoppen

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Trump-Regierung will Cannabis-Freigabe stoppen

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Nur wenige Tage nach der Freigabe von Cannabis in Kalifornien holt die Trump-Regierung zum Schlag gegen die Legalisierung von Marihuana aus. Justizminister Jeff Sessions wies Staatsanwälte am Donnerstag an, das auf Bundesebene geltende Verbot der Droge künftig durchzusetzen. 

Washington hatte sich entsprechend einer Direktive aus der Obama-Ära bislang weitgehend aus der Marihuana-Regulierung rausgehalten und den Bundesstaaten freie Hand gelassen. Das will Sessions jetzt ändern. Und verlangt eine Rückkehr" zur Rechtsstaatlichkeit" mit Verweis auf das seit 1970 geltende Bundesverbot des Anbaus, Besitzes und Handels der Droge.

Zahlreiche Bundesstaaten erlauben die Droge bereits zu medizinischen Zwecken oder ganz. Sie könnten nun Probleme bekommen. Auch für die florierende Industrie rund um den legalen Handel ist Sessions Aktion ein herber Dämpfer.

Kaliforniens Gouverneur bezeichnete den Vorstoß als ideologischen Trotzanfall. Und der republikanische Senator aus Colorado Cory Gardner droht, die Nominierungen des Justizministeriums bis auf Weiteres zu boykottieren. "Den Menschen, die in der Industrie arbeiten und in Colorado für die Legalisierung gestimmt haben, muss nun erklärt werden, warum das Justizministerium sein Wort gebrochen hat."

Befürworter der Rückkehr zur harten Linie hingegen sagen, nur so lasse sich das Schadenspotenzial eindämmen. Will Jones von der Organisation Smart Approaches to Marijuana (SAM) meint: "Nehmen Sie die Alkohol- und Tabakindustrie. Für jeden Steuer-Dollar, und diese Produkte sind hoch besteuert, müssen 10 Dollar für gesellschaftliche Kosten investiert werden. Und wir sehen bereits dasselbe in Colorado, im Staat US-Washington und allen Orten, an denen Marihuana vermarktet wird."

Experten bezweifeln angesichts des Marktvolumens, das sich mit dem Cannabis-Verkauf in Kalifornien eröffnet, dass die Trump-Regierung die florierende Branche noch stoppen kann.