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Koreas testen in Panmunjom eine neue Normalität

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Koreas testen in Panmunjom eine neue Normalität

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Zu Arbeitsgesprächen ist eine Delegation aus Südkorea nach Panmunjom an der Grenze zum Norden gereist. Auf der nordkoreanischen Seite soll unter anderem über die geplante Teilnahme des Nordens an den olympischen Spielen im Süden gesprochen werden. Es ist das erste Treffen auf Arbeitsebene, das nach der Einigung beider Seiten auf die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Südkorea zwischen dem 9. und 25. Februar stattfindet. Das weithin
abgeschottete Nordkorea will unter anderem eine ranghohe Regierungsabordnung, Sportler, eine Fangruppe und Künstler entsenden. Südkoreas Medien erwarten, dass es am Rande der Spiele zu politischen Gesprächen kommen wird, auch zwischen Nordkorea und Drittländern.

  Auch die Treffen von Familien, die vom Koreakrieg (1950 -1953) zerrissen wurden, sollen bald wieder stattfinden.

Baek Tae-hyun, Sprecher des Vereinigungsministeriums im Süden:

"Die beiden Seiten sind übereingekommen, das Problem der Zusammenführung getrennter Familien später zu diskutieren, nachdem sich die innerkoreanischen Beziehungen weiter verbessert haben. Wie Sie aus der gemeinsamen Erklärung (von den hochrangigen Gesprächen am Dienstag) entnehmen können, sind die beiden Koreas übereingekommen, über verschiedene Bereiche zu sprechen, auch über dieses Thema, und auch bei den Diskussionen über die Süd-Nord-Beziehungen spielt das eine Rolle.“

Die Atomwaffen-Frage bleibt laut Experten (Kim Kwang-jin, ein Nordkoreaner im Süden, „SZ“) allerdings tabu. Fundamental habe der Norden seine Positionen nicht geändert. Als der Süden das Thema im Vorfeld ansprechen wollte, hätten Vertreter des Nordens dies empört zurückgewiesen.

Das Treffen war über die wieder in Gang gesetzte Hotline zwischen den Armeen Nord- und Südkoreas vereinbart worden.

Peking lobte die Gespräche. US-Vizepräsident Mike Pence sagte, diese seien eine "direkte Folge des Drucks", den Präsident Trump auf Nordkorea ausgeübt habe. Trump hatte Nordkorea unter anderem mit der totalen Zerstörung gedroht.

PANMUNJOM

Panmunjom, offiziell auch Joint Security Area (JSA, „gemeinsame Sicherheitszone“) - ursprünglich eine kleine Ansammlung von Hütten - ist eine militärische Siedlung in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea, in der von 1951 bis 1953 das Ende des Koreakrieges verhandelt wurde. Es ist seit dem Waffenstillstandsabkommen das Hauptquartier der Military Armistice Commission (MAC), die die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht.

su mit dpa