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Fass mal mit an, bitte! Wenn der Roboter mitdenkt

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Das europäische Forschungsprojekt An.Dy entwickelt Bewegungsmodelle für menschenähnliche Roboter, um sie zum Assistenten für den Menschen zu machen. Die potenziellen Einsatzgebiete reichen von Pflege und Hilfe im Haus über das Gesundheitswesen bis zur Industrie.

Roboter dürften in Zukunft immer mehr Einzug in den Alltag des Menschen halten und immer mehr mit ihm kommunizieren. Damit sie ihn effizient unterstützen können, entwickeln Forscher am Italienischen Institut für Technologie in Genua Hard- und Software, mit der die Roboter die Bewegungen des Menschen erkennen und nachvollziehen können. Projektwissenschaftler Daniele Pucci: “Der Roboter ist mit mehreren Sensoren ausgestattet, um zu erkennen, wie sich der Mensch bewegt. Zuerst einmal wird die Anwesenheit des Menschen visuell registriert. Zweitens ist der Roboter in der Lage, während der Interaktion den Kontakt mit dem Menschen durch seine ‘Haut’ zu spüren. Damit der Roboter aber die Bewegungen des Menschen erkennen kann, braucht auch der Mensch Sensoren.”



Die Sensoren für den Menschen werden in einen speziellen Hightech-Anzug eingesetzt. In Bruchteilen von Sekunden übermitteln sie die Information über das Verhalten des Menschen an den Roboter, der dann mehr oder weniger in Echtzeit reagieren kann.



Der Grundgedanke ist, dass der Roboter zunächst erkennt und nachahmt, wie der Mensch sich bewegt, diese Bewegung im dritten Schritt aber auch im Zusammenspiel mit dem Menschen kontrollieren und führen kann.



Die Forscher arbeiten außerdem daran, dass der Roboter selbständig neue Informationen verarbeiten kann, die ihm mündlich mitgeteilt werden, ohne dass er neu programmiert werden muss. Giorgio Metta vom Technologie-Institut Genua: “Da wir mit dem Roboter reden können, kann ich ihm zum Beispiel sagen, ‘schau, das hier ist ein Smartphone’. Und jedem Nutzer ermöglichen, die Dinge hinzuzufügen, die der Roboter darüber wissen soll. Der Roboter macht sich ein Bild und erstellt selbst eine neue Kategorie, die Kategorie ‘Smartphone’.”

Ein Lächeln für den Patienten

Sogar an der Mimik des Roboters wird gefeilt, damit er seinen künftigen Partnern – Patienten, alten Leuten – menschlicher erscheint. Metta: “Wir stellen uns letztlich als Anwendung für diesen Typ von Roboter vor, dass er ein persönlicher Assistent wird, und das kann man dann in vielen Bereichen durchdeklinieren, vom Roboter für die Rehabilitation bis zum Roboter für die häusliche Pflege. Natürlich kann die Technologie auch in der Industrie eingesetzt werden.”

In zehn bis fünfzehn Jahren wollen die Forscher ihr Ziel erreicht haben. Und: Es gehe um Zusammenarbeit, betonen sie, die Roboter sollen den Menschen nicht komplett ersetzen.

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