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Judo Grand Slam: Agbegnenou begeistert die Massen

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Judo Grand Slam: Agbegnenou begeistert die Massen

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Clarisse Agbegnenou stammt zwar aus der Stadt Rennes, aber der Judo Grand Slam in Paris ist für die Französin dennoch so etwas wie IHR Turnier. Zum vierten Mal gewann sie bei der Veranstaltung Gold, die heimischen Zuschauer in der Halle in Bercy feierten die 25-Jährige mit Sprechchören. Im Finale der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm bezwang Agbegnenou die Japanerin Miku Tashiro. Die Französin ist als Olympia-Silbermedaillen-Gewinnerin und zweimalige Weltmeisterin eine DER großen Nummern ihrer Sportart - und in Paris läuft es ja ohnehin wie von selbst. Und zur Belohnung für ihr viertes Gold in Paris erklang für Agbegnenou und ihre vielen Landsleute in der Halle die französische Nationalhymne.

„Ich freue mich sehr", so Agbegnenou. „Es ist fantastisch, hier in der Heimat, in Paris gewonnen zu haben. Die Zuschauer haben mich nach vorne gepeitscht, Paris ist einfach zauberhaft, die Zuschauer hier in Bercy sind einfach zauberhaft. Sie feuern mich an, und ich hoffe, dass sie das bis zu meinem Karriereende tun werden - und dass sie mich zum nächsten Turnier begleiten. Es ist toll, diese Unterstützung zu spüren", sagte die Französin.

Aus den Händen von Israels Kultur- und Sportministerin Miri Regev erhielt Akil Gjakova die goldene Belohnung für seinen Sieg in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm. Im Finale musste er sich mit dem Georgier Lasha Schawdatuaschwili auseinandersetzen. Der Olympiasieger von 2012 musste Gjakova den Vortritt lassen. Gjakova ist damit der erste männliche Judoka aus dem Kosovo, der bei einem Turnier der Welttour Gold gewann. Seine Schwester Nora hatte im Januar in Tunis den Sieg in der Klasse bis 57 Kilogramm geholt. Das Jahr lässt sich für die Judo-Familie Gjakova also außerordentlich gut an.

„Es ist ein tolles Gefühl, diesen Grand Slam gewonnen zu haben", sagte Akil Gjakova. „Es ist meine erste Medaille bei einem Grand Slam und gleich die goldene! Das war ein richtig guter Wettkampftag, und ich war sehr gut in Schuss, ich habe immerhin einen Olympiasieger bezwungen. Das ist sehr gut und gibt mir eine Menge Motivation."

Die erst 17 Jahre alte Ukrainerin Daria Bilodid setzte ein weiteres Ausrufezeichen ihrer noch jungen Karriere. Die Europameisterin gewann in Paris in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm. Im Finale bezwang sie Kang Yujeong aus Korea. Ein Sankaku-Gatame - so etwas wie Bilodids Lieblingstechnik - verhalf der Ukrainerin zum Sieg. Im Januar hatte die 17-Jährige bereits den Grand Prix von Tunis gewonnen, bei ihrem Grand-Slam-Einstand legte sie jetzt nach. Marius Vizer, der Vorsitzende des Weltjudoverbandes, ehrte die aufstrebende Kämpferin mit der Goldmedaille.

Bei den Damen bis 52 Kilogramm führte kein Weg an Uta Abe vorbei. Die Japanerin - auch sie ist gerade einmal 17 Jahre alt - traf im Kampf um Gold auf die Lokalmatadorin Amandine Buchard. Die Schwester von Weltmeister Hifumi Abe zeigte in Paris ihre hervorragende körperliche Verfassung, schließlich ging das Finale in die Verlängerung. Eine Strafwertung wegen Passivität wurde der Französin Buchard zum Verhängnis. Uta Abe ist amtierende Junioren-Weltmeisterin in ihrer Gewichtsklasse - sie und ihr Bruder dürften auf der Tatami künftig noch für einiges Aufsehen sorgen.

Den Wurf des Tages zeigte beim Grand Slam in Paris die Japanerin Tsukasa Yoshida in ihrem Kampf gegen Telma Monteiro aus Portugal: Ein Uchimata wie aus dem Lehrbuch!