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"Elgin-Marmor": Junge Auslandsgriechen kämpfen für ihre Kultur

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"Elgin-Marmor": Junge Auslandsgriechen kämpfen für ihre Kultur

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350 junge Auslandsgriechen haben ein Treffen ("Hellenic Youth in Action") in Athen genutzt, um die Rückgabe von Marmorskulpturen und –fragmenten vom British Museum in London zu fordern. Die sogenannten Elgin Marbles waren Anfang des 19. Jahrhunderts von Lord Elgin (Thomas Bruce, 7. Earl of Elgin), einem Botschafter im Osmanischen Reich, in der damals zum Osmanischen Reich gehörenden Stadt Athen vom Parthenon-Tempel auf der Akropolis entfernt und später dem Britischen Museum in London verkauft (für £ 35.500) worden. Die Rückgabe wird seit der Entfernung und verstärkt seit den 1980er Jahren gefordert.

Grigoris Chatzisavidis, Ingenieur-Student (26):

„Die Parthenon-Skulpturen sind Teil unserer Geschichte. Sie müssen nach Griechenland zurückkommen und wir sollten unser Bestes geben, um sie zurückzubekommen. Wir sollten unser kulturelles Erbe nicht Ausländern überlassen »

MASSENEXODUS NUMMER DREI

Fast eine halbe Million (427.000 Menschen zwischen 15 und 64 Jahren bis Mitte 2016) haben Griechenland seit Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 verlassen - die dritte Welle der Massenemigration im 20. und 21. Jahrhundert aus dem südosteuropäischen Staat mit rund 11 Millionen Einwohnern. Und sie hält an – bei mehr als 25 Prozent Arbeitslosigkeit unter jungen Erwachsenen (25-34 Jahre). Auch gut qualifizierte Akademiker haben große Schwierigkeiten, eine angemessene Stelle zu finden, kellnern oder fahren Pizza aus. Vier von zehn Beschäftigten in Griechenland verdienen weniger als 700 Euro brutto im Monat. Nach einer Studie der Zentralbank haben griechische Familien in den Krisenjahren 26 Prozent ihres Einkommens und 40 Prozent ihres Vermögens verloren. In einem Drittel der Haushalte in Griechenland gibt es mindestens einen Arbeitslosen. Seit 2008 hat das Land rund ein Viertel seiner Wirtschaftskraft eingebüßt. Gut 31.000 Firmen mit mehr als zehn Beschäftigten gab es 2008 in Griechenland. Davon sind nach knapp einem Jahrzehnt nicht einmal 22.000 übrig.

Ilona Pechlivanidi - Medizinstudentin (21):

«Ich bin sehr glücklich, bei dieser Veranstaltung zu sein. Ich habe viele junge Griechen getroffen und denke, dass wir eine starke Botschaft aussenden: Wir sind hier, um unsere Heimat zu unterstützen! Ich liebe Griechenland und ich möchte immer wiederkommen »

Das von neun Jugendorganisationen im Ausland organisierte Forum sollte der griechischen Jugenddiaspora die Gelegenheit geben, ihre Beziehungen zur Heimat zu festigen und zu lernen, für gemeinsame Ziele zusammenzuarbeiten.

Apostolos Staikos, Euronews:

“Wir leben vielleicht weit weg, aber Herz und Seele sind hier. Dies ist die Botschaft der jungen Griechen, die sich in Athen trafen. Für diejenigen, die im Ausland leben, war dieser Besuch in ihrem Heimatland eine Gelegenheit, sich an all jene zu erinnern, die sie mit Griechenland verbinden, aber auch über die Herausforderungen, mit denen Griechenland heute konfrontiert ist. »

su, Apostolos Staikos